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Freitag, 20. März 2015

Die Überwindung von Unvergebenheit und Bitterkeit


Wir sollten die letzten Tage der Fastenzeit intensiv für unser geistliches Wachstum nutzen und uns erneut ganz auf Gott und Seinen Willen ausrichten.

Die Fastenzeit ist ja seit jeher eine Zeit der Umkehr und der Buße.
 
Was heißt das?
 
Zunächst müssen wir uns also eine stille Zeit nehmen und in uns gehen. Denken wir nun intensiv über uns und über unser Leben nach. Schauen wir uns genau an, wie es um uns bestellt ist. Dazu gehört großer Mut und viel Ehrlichkeit. Was nützt es uns, wenn wir unsere Situation beschönigen und uns in einem ganz falschen Licht sehen? Fragen wir uns, wie Gott uns und unser Leben sieht.
 
Nehmen wir uns heute den Bereich der Unversöhnlichkeit, der Unvergebenheit und der Bitterkeit in unserem Leben vor:
 
Das ist sicherlich einer der schmerzhaftesten und hartnäckigsten Bereiche in unserem Leben, in denen wir sündigen. Machen wir uns deutlich, Unversöhnlichkeit und Unvergebenheit, das heißt, nicht vergeben zu können oder nicht vergeben zu wollen und die daraus resultierende Bitterkeit sind Sünden!
 
Machen wir uns aber auch klar, dass einer der größten Kämpfe, in denen sich ein Mensch befinden kann, eben dieser Kampf mit der Unversöhnlichkeit, mit der Unvergebenheit und mit der Bitterkeit ist. Oft ist dieser Kampf so schmerzhaft und so quälend, dass es uns nahezu unmöglich erscheint, jemals vergeben zu können.
 
Auch ich habe tiefe Verletzungen durch andere Menschen erlitten und habe lange mit Unvergebenheit und Bitterkeit gekämpft. In diesen bitteren Jahren konnte ich nicht verzeihen, konnte meine Last der Unvergebenheit nicht loslassen. Durch die Gnade Gottes und mit der festen Entscheidung, aus diesem Elend herauszukommen, habe ich schon viel an Unvergebenheit und Bitterkeit überwunden.
 
Ich weiß daher aus meinem eigenen Erleiden, was Unvergebenheit und Bitterkeit bedeuten. Ich möchte Dir somit einen Anstoß geben, die Unvergebenheit und die Bitterkeit in Deinem Leben zu überwinden.
 
Der Mensch sündigt nun in Gedanken, Worten und Werken. Schauen wir uns also genau an, wie wir in Gedanken, Worten und Werken sündigen.
 
Stellen wir uns daher einige Fragen:   
                                                   
Womit beschäftigen wir uns also täglich in unseren Gedanken? 
 
Was geht da so in unserem Kopf vor? Denken wir immer wieder daran, was uns eine bestimmte Person in der Vergangenheit angetan hat? Macht uns das wütend, traurig oder sind wir sogar von Hass oder Rachegedanken erfüllt? Wünschen wir dieser Person sogar Unheilvolles oder Böses? Warum können wir nicht vergeben? Warum halten wir an diesen zirkulären Gedankengängen und an diesem Schmerz fest? Warum vergiften wir damit unser ganzes Leben und auch das Leben der Menschen, mit denen wir zusammen leben? Hat uns das nicht lange genug gefangen gehalten und uns in Depressionen und Bitterkeit gestürzt?
 
Aus Gedanken, die immer wieder gedacht, also wiederholt werden, werden dann Worte.
 
Wie reden wir also täglich mit uns selbst und mit anderen Menschen?
 
Wenn wir mit uns selber reden, schimpfen wir dann über die Person, die uns verletzt hat? Werfen wir ihr die schrecklichsten Schimpfworte an den Kopf? Erzählen wir immer wieder den Menschen, die uns nahe sind, von den Untaten dieser Person? Bauschen wir die Situation auf, damit es die anderen auch wirklich verstehen, was uns wiederfahren ist? Machen wir diese Person schlecht und lassen wir kein gutes Haar an ihr? Wollen wir die anderen Menschen durch unser Reden in unsere schlechten Gefühle dieser Person gegenüber hineinziehen? Wollen wir eventuell die anderen Menschen auch in dieser Hinsicht manipulieren? Sprechen wir von Hass und sogar von Rache?    
                                                                             
Aus Worte werden dann letztendlich Taten, also Werke.
 
Was tun wir uns und anderen Menschen also täglich an?
 
Haben wir die Menschen, die uns verletzt haben, ebenfalls verletzt? Haben wir Rache ausgeübt? Haben wir ihnen geschadet? Haben wir sie eventuell mit Prozessen überzogen und können doch kein Ende finden?
 
Was ist also die Lösung?
 
Das wichtigste ganz am Anfang.
 
Kämpfe nicht allein! 
                                                                     
Unterstelle Dich Gott und bitte den Heiligen Geist um Hilfe! 
                                                                                  
Bitte den Herrn Jesus Christus um Seinen Beistand, Du weißt doch, ohne Ihn kannst Du nichts tun!      
                                                                     
Und bitte auch die Muttergottes, dass sie Dich und Deinen Schmerz in ihr Unbeflecktes Herz aufnimmt und ihrem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, anbefiehlt! Verschmähe nicht die Fürsprache der liebenden Gottesmutter, sie ist nicht nur die Mutter Jesu Christi, sondern sie ist auch Deine Mutter!
 
Und jetzt triff in Deinem Inneren den festen Entschluss, dass Du vergeben willst! Ja, Vergebung ist eine Entscheidung! Aus dem reinen Wunsch heraus wird sich nichts verändern!
 
Handle also nach der Maxime, die uns der Heilige Paulus im Brief an die Römer nennt:
 
„ Segnet Eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht.“ (Römer 12,14)
 
Jemanden zu segnen bedeutet, diesem Menschen durch die Kraft Gottes das Geschenk der Gnade zu machen.                                                                         
Das Verfluchen ist eine verbale Aggression und bedeutet, jemandem etwas Schlechtes zu wünschen.    
                                                               
Triff also die Entscheidung, dem Menschen, der Dich verletzt hat, zu vergeben, egal, was er getan hat. Segne diesen Menschen und bete für ihn! Dann bist Du im Willen Gottes, und Gott selber wird Dir helfen, zu vergeben. Er wird Dir das aus Gnade schenken, wozu Du selbst keine Kraft hast!
 
Ein Segen wirkt immer durch die Kraft Gottes, das bedeutet, dass dieser Segen Gottes Werkzeug sein wird, um das Herz dieses Menschen zu erreichen und ihm Einsicht zu schenken.
 
Der Segen ist also ein Hauptbestandteil der Vergebung! Handle so, wie es uns Paulus rät:
 
„Lass Dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.“ (Römer 12,20)
 
Nun, und jetzt musst Du Dir die Situation ganz deutlich ansehen.
Gesteh Dir ein, dass Du verletzt bist, und dass Du einen tiefen Schmerz in Dir hast. Es ist ganz wichtig, dass Du diesen Schmerz nicht verdrängst, sondern dass Du ihn zulässt. Der Schmerz darf sein. Der Schmerz will auch sein. Er ist nicht ohne Grund da. Er will Dir etwas sagen.
 
Wie lange liegt die Situation schon zurück? Stammt der Schmerz sogar aus der Kindheit, als Deine Mutter oder Dein Vater Dir nicht die Liebe gegeben haben, die Du brauchtest? Fühle, wie Du klein warst und so sehr verletzt worden bist.  Und jetzt liebe dieses kleine Mädchen, liebe diesen kleinen Jungen. Das bist Du! Sage Dir, dass Du das Kind in Dir verstehst und dass Du es lieb hast, denn dieses Kind bist Du!    
Wenn die Situation aus Deiner Zeit als Erwachsener stammt, kannst Du auch diesen Erwachsenen annehmen, verstehen und lieben.
 
Jetzt wird wahrscheinlich in Dir ein großer Schmerz aufkommen, vielleicht werden sogar Tränen fließen, aber lass es zu.
 
Und nun schau Dir an, was Du in den vielen Jahren, seit es geschehen ist, damit gemacht hast. Du hast Dir den Schmerz nie angesehen, Du hast diesen Schmerz nie zugelassen, weil er viel zu groß war und Du Angst hattest, Du könntest ihn gar nicht aushalten und er würde Dich überwältigen. Aber davon ging der Schmerz nicht weg. Ganz im Gegenteil. Er hat jahrelang in Dir gegärt, und er ist wohlmöglich zu einer großen Wut oder vielleicht sogar zu Hass angewachsen. Das ist durch die jahrelange Verdrängung entstanden.
 
Indem Du Dir jetzt diesen Schmerz, diese Wut, diesen Hass und diese Unvergebenheit ansiehst, hast Du nun die Möglichkeit, diese negativen Gefühle umzuwandeln. Erst dadurch, dass Du sie ans Licht holst und sie wahrhaftig betrachtest, hast Du die Möglichkeit zur Heilung. Jesus sagte doch selbst, dass uns nur die Wahrheit freimacht.
 
Lass Gott nun Deine seelischen Wunden heilen. Habe Geduld, Heilung braucht Zeit. Lass Gott für Dich an Deinen Verletzungen arbeiten. Aus diesen Verletzungen können Wunder werden, und Du könntest vielen Menschen eine große Hilfe und ein reicher Segen werden, und zwar genau durch das, was Du erlitten und überwunden hast. Gott kann auch das größte Elend benutzen, um zu retten und zu heilen!
 
Es ist aber ganz wichtig, damit aufzuhören, über Deine Verletzungen und über Deine Vergangenheit immer wieder zu reden. Merke Dir: Worte haben Macht und können tief verletzen!
 
Fange an, gerade denjenigen, der Dich so sehr verletzt hat, bedingungslos zu lieben! Die Liebe ist Gottes größte Eigenschaft, und daher hat die Liebe eine unermessliche Macht. Die Liebe ist die größte Kraft auf dieser Welt!
 
Lass Dein Herz mit tiefer Liebe erfüllen! Denke immer an die Worte unseres Herrn Jesus Christus:
 
„Denn wovon das Herz erfüllt ist, davon spricht der Mund. Wenn ein guter Mensch spricht, zeigt sich, was an Gutem in ihm ist. Ein Mensch mit einem bösen Herzen ist innerlich voller Gift, und alle merken es, wenn er redet.“ (Matthäus 12, 34-35)
 
Beginne also zu vergeben! Beginne zu lieben! Segne und bete für den Menschen, der Dich verletzt hat, und dann wirst Du das erleben, wovon Paulus im Brief an die Galater spricht:
 
„Was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“ (Galater 6,7)

Säe also Vergebung, und Du wirst Frieden und Liebe für Dein verletztes Herz und die verletzten Herzen Deiner Mitmenschen ernten!


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