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Mittwoch, 20. Januar 2016

In der Stille lausche auf Gott

Die Stille in Gottes wunderbarer Natur: Der blühende Kirschbaum vor meinem Küchenfenster an einem tiefblauen Frühlingstag.

Es ist so wichtig, dass wir in unserem christlichen Leben eine Praxis einüben, in der wir uns der Nähe und der Gegenwart Gottes bewusst werden.
Spiritualität im Leben eines Christen bedeutet ein Leben im Geiste Jesu Christi zu führen.
Die christliche Lehre ist somit nicht in erster Linie eine Morallehre, die es zu befolgen gilt, sondern sie ist eine Lehre , die den Menschen dazu anleitet, sein Leben als Schüler Jesu Christi zu führen. Christliche Praxis bedeutet also, geistlich zu leben, sich auf den Heiligen Geist einzulassen und sich von Ihm führen zu lassen.
Dazu ist es unerlässlich, immer mehr sein Ego loszulassen.
Leben wir daher nicht in der Isolation unseres Egos, bleiben wir also nicht gefangen in unserem Ich, sondern suchen wir das Du Gottes und lernen wir in Seiner Gegenwart und vor Seiner Gegenwart zu leben.

Jeder Mensch kann nämlich seine eigenen Erfahrungen mit Gott machen und jeder Mensch kann, so Gott es will, von Ihm hören.

Wie hören wir aber von Gott?

Die Bibel gibt uns den Rat, zu warten, dass Gott sich uns selbst zeigt. Es ist jedoch absolut erforderlich, dass wir Hörende werden.

Wenn Du also Gott kennen lernen willst, wenn Du auf Seine leise Stimme hören willst, dann gehe in die Stille. In dieser Stille können wir das Lauschen auf Gott durch Gebet und Meditation einüben.

Setze Dich also an einem ruhigen Platz hin und bete zu unserem geliebten Herrn.

Dann gehe in die Meditation.

Horche nun in Dich selbst hinein. Mache nichts anderes, als nur in Dich hineinzuhorchen. Verfange Dich aber nicht in Deinen eigenen Gedanken. Sei nur achtsam. Bemerke, wie ein Gedanke kommt, eine Weile bleibt, und dann wieder geht. Dann kommt der nächste Gedanke und verfahre mit diesem ebenso. Lass aber die Gedanken los, lass sie ziehen, lass Dich nicht von ihnen einfangen und in eine Gedankenspirale hineinziehen.

Nach und nach wirst Du immer ruhiger, und alles wird in Dir still.
Wenn in Dir alles still und ruhig geworden ist, dann lausche auf Gott. Du kannst Gott nicht wahrnehmen, wenn in Dir alles laut und aufgewühlt ist.

Im ersten Buch der Könige wird sehr eindrücklich geschildert, wie Gott, der Herr, auf dem Berg Horeb an einer Höhle zu Seinem Propheten Elija spricht:


Da zog der Herr vorüber:
Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.
Da vernahm er eine Stimme, die ihm zurief:
Was willst du hier, Elija?
(1 Kön 19,11 - 19,13)

Wir sehen also, dass Gott völlig anders ist, als wir uns Ihn vorstellen.

Gott ist zärtlich und sanft. 

Gott ist unermessliche, liebevolle Güte.
Gott ist unergründliche, tiefe Barmherzigkeit. 
Gott ist unbegreiflich und unbeschreiblich.

Gott ist Geist und Gott ist Liebe.


Wir begegnen Gott im leisen Säuseln des Windes. Um jedoch Gottes leise Stimme hören zu können, brauchen wir die Stille. Wir brauchen das innere Gebet. Wir brauchen die Meditation.
Suche also, so oft Du kannst, die Stille auf, erzwinge aber nichts. Eines Tages wird Gott zu Dir sprechen.

Unsere Gedanken sind oft wie ein starker, heftiger Sturm. In unserem Geist geht es oft zu wie bei einem tosenden Erdbeben und unsere Begierden brennen in unserem Ego wie ein verzehrendes Feuer.


Doch je öfter Du in die Stille gehst, desto mehr lernst Du, Ruhe und Stille in Deinem inneren Leben zu entwickeln. Dann wirst Du langsam fähig, durch Treue und Ausdauer in der Praxis in die Gegenwart Gottes zu gelangen, und eines Tages wirst Du hören, wie Seine leise Stimme voller Liebe zu Dir spricht.


Jesus Christus ist die Liebe und das Erbarmen

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