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Dienstag, 1. März 2016

Nutze die Zeit, die Dir noch bleibt

Katholischer Friedhof in Mülheim/Ruhr-Saarn

Wie viel Zeit bleibt mir noch in meinem Leben?
 
Ich werde jetzt in wenigen Tagen 55 Jahre alt, wie schnell sind doch die Jahre vergangen.
Und wie viele Jahre meines Lebens habe ich damit vergeudet, trügerischen Freuden und vermeintlichem Glück hinterherzujagen. Waren diese weltlichen Freuden all den Aufwand und all die Aufregung wert? Wie viele Jahre habe ich nicht an Gott gedacht und bin nur meinen selbstsüchtigen Begierden und meinen unersättlichen Verlangen nachgeeilt.

Weißt Du, lieber Leser, wie viel Zeit Dir noch in Deinem Leben bleibt?

Ich weiß jetzt, wie kostbar die Zeit ist und wie schnell sie vergeht, wie unfassbar flüchtig sie ist. Wie schnell ist doch das Leben vorbei. So viele Menschen, die mich in meinem Leben begleitet haben, sind schon verstorben. Und so viele wurden noch nicht einmal fünfzig Jahre alt. Wir leben nur eine kurze Zeit hier auf Erden, und so enteilt die Zeit zur Ewigkeit.

Eines Tages - und dieser Tag kann sogar schon heute sein - ist mein irdischer Lauf vollendet.
Dann ist meine Zeit abgelaufen und für mich fängt die Ewigkeit an. Dann wird Gott mich fragen:

"Michael, was hast Du mit der kostbaren Zeit gemacht, die Ich Dir geschenkt habe?
Hast Du Deine Zeit genutzt?
Warst Du ein Segen für andere Menschen?
Hast Du geliebt?
Hast Du die Zeit für das Wohl Deiner Mitmenschen genutzt?
Hast Du anderen Menschen von Mir erzählt?
Hast Du Mich gesucht und hast Du Mich geliebt?
Hast Du an Meinen Sohn Jesus Christus geglaubt?
Bist Du Ihm nachgefolgt und hast Du Dich von Mir in das Abbild Jesu Christi umformen lassen?
Oder hast Du Deine Zeit nur für weltliche Freuden, für irdisches Glück und für vergängliche Güter genutzt?
Und hast Du Deine Zeit nur mit Dingen verschwendet, die nichtig und klein waren?"

Denken wir immer daran, in diesem kurzen Erdenleben entscheidet es sich, wo wir die Ewigkeit verbringen werden. Doch welcher Mensch denkt schon daran? 


Auch für Dich läuft eines Tages Deine Zeit hier auf Erden ab.
Lebe also achtsam und bewusst, denke immer an die Ewigkeit und triff alle Entscheidungen aus diesem Blickwinkel heraus.

Unser Leben ist ein Geschenk Gottes, und unsere Zeit ist Gnade. Nutzen wir also diese kostbare und flüchtige Zeit, die uns noch bleibt, um uns dem Wichtigsten zuzuwenden, das wir in diesem Leben tun können und das bedeutet, wahrhaftige und hingebungsvolle Jünger Jesu Christi zu sein.

Jesus Christus sagte einst:
"Wer Mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach."
(Evangelium nach Lukas 9,23)

Um also ein wahrhaftiger Jünger Jesu Christi zu sein, sollten wir die kostbare Zeit, die uns noch bleibt, für ein Leben in christlicher Vollkommenheit nutzen. Diese christliche Vollkommenheit besteht aus den folgenden vier Dingen:

1.  dem festen Willen (wer Mein Jünger sein will)
2. der Entsagung (der verleugne sich selbst )
3. dem Leiden (nehme sein Kreuz auf sich)
4. dem Handeln (und folge Mir nach)

Was bedeutet es also, einen festen Willen zu fassen?
Denken wir somit daran, dass wir den wirklichen und entschlossen Willen fassen müssen, ein Jünger Jesu Christi zu sein. 
Gib Dich daher in tiefer Liebe Jesus Christus völlig hin, und vollziehe diese Hingabe durch das Unbefleckte Herz Mariens. Maria wird Dich dadurch noch viel näher zu Jesus Christus hinführen.
Vertraue nicht auf Deine eigene Kraft, sondern vertraue nur auf die alles besiegende Gnade Gottes. Nur durch Gottes Gnade und durch Gottes Kraft ist es möglich, ein solches Leben zu führen. Aber den Entschluss zum Wollen jedoch, den musst Du schon selbst fassen.
Weitere wichtige Gedanken über die Hingabe an Jesus Christus findest Du hier in einer anderen Belehrung von mir: Über die Hingabe an Jesus Christus

Was bedeutet es also, den Weg der Entsagung zu gehen?
Wer Jesus Christus wirklich und wahrhaftig nachfolgen will, der muss lernen, sich selbst zu verleugnen. Was bedeutet das? Nun, eine anderes Wort für Selbstverleugnung ist Entsagung. Wir müssen uns auf den harten Weg der Entsagung begeben. Da geht es um die Abtötung unserer Ichsucht, dem Freiwerden von unserem Stolz und letztendlich um das Loslassen unseres Egos. Unser geliebter Herr Jesus Christus ist da unser großes Vorbild. Er hat sich selbst so sehr verdemütigt, dass Er sogar Sein Kostbares Leben für uns Menschen am Kreuz dahingegeben hat.
Lass Dich also durch Jesus Christus in Deinem Inneren erneuern.
Entsage somit den Versuchungen zur Trägheit und widerstehe einer sündigen Lebensweise, die Dir selbst und Deinen Mitmenschen schadet.
Führe ein Leben in angemessener Bescheidenheit und jage nicht mehr den Reichtümern dieser Welt hinterher.
Bilde Dir nichts mehr ein auf Deine eigene Weisheit und Deine eigenen Denkweisen.
Bilde Dir nichts mehr ein auf irgendwelchen Meinungen und besonderen Philosophien dieser Welt.
Entsage vor allen Dingen Deiner Kontrollsucht. Übergib alles dem Herrn, lass Ihn entscheiden, wann etwas in Deinem Leben geschieht, wo es geschieht und auf welche Weise es geschieht.
Sei bereit, Jesus Christus an die erste Stelle in Deinem Leben zu setzen.
Sei bereit, zu Deinem Fleisch, das heißt zu Deinen unreinen Begierden "Nein" zu sagen. Löse Dich von Deinem unersättlichen Verlangen nach Leidlosigkeit, nach Lust und nach Befriedigung.
 

Was bedeutet es also, Leiden auf sich zu nehmen?
Das Leiden in unserem Leben ist unser persönliches Kreuz, von dem Jesus Christus gesagt hat, dass wir dieses Kreuz auf uns nehmen sollen. Leiden sind Krankheiten, Schmerzen, materielle Verluste, Demütigungen, Not jeglicher Art und seelische Leiden wie Ängste, Depressionen, innere Verlassenheit und Einsamkeit, Versuchungen und Trockenheit im Gebet.
Das persönliche Kreuz ist das größte Geschenk Jesu Christi, welches Er Seinen Auserwählten auf dieser Erde machen kann. Jesus Christus gibt uns damit Anteil an Seinem Weg. Sein Weg zum Kreuz wird dann auch zu unserem Weg zum Kreuz. Denn nur im Kreuz Christi ist unser Heil zu finden. So wie Jesus Christus sich selbst bis zum Tode am Kreuz verleugnet hat, so sollen auch wir, die wir Seine Jünger sein wollen, unser Leben nicht lieben bis in den Tod. Das bedeutet, dass wir durch unser Kreuz, also durch unser angenommenes Leiden, unser Ego sterben lassen.
Du darfst Dich mit nichts Eigenem mehr rühmen, sondern rühme Dich nur noch des Kreuzes Jesu Christi.
Wenn alles gut in unserem Leben läuft, kann jeder leichten Herzens Halleluja singen. 
Aber wehe wenn uns Leiden trifft, dann wird es schwer, all unseren Glauben und all unser Vertrauen auf Gott zu setzen. Das sind die Zeiten, in denen wir reifen und einen vollkommenen christlichen Charakter ausbilden können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass wir unser Leiden annehmen, ohne Furcht und vorsätzliche Auflehnung, ohne Ungeduld und Übellaunigkeit, ohne Angst und Menschenfurcht.

Was bedeutet es also, als Jünger Jesu Christi zu handeln?
Höre nicht nur auf die Lehre Jesu Christi, sondern lass Jesus Christus zu Deinem ganzen Leben werden. Du musst Jesus Christus leben. Es reicht nicht aus, nur Sein Wort zu lesen und zu studieren, sondern Du musst Sein Wort in Liebe leben und zu einem Menschen der Tat werden. Glauben ohne Werke ist tot.
Lass also jede Faser Deines ganzen Seins von Jesus Christus durchdrungen sein. Lebe nur für Ihn und liebe Ihn. Lass Dich vom Feuer der Liebe Jesu Christi verzehren.
Du wirst auf Deinem Weg der Nachfolge Christi weinen, leiden und kämpfen, denn Jesus Christus bietet Dir kein leichtes Leben an. Seinen Weg zu gehen wird eng und schwierig für Dich sein, aber in Deinem Herzen wird - entfacht durch die Liebe Christi - ein Feuer brennen, das niemand zu löschen vermag. Keine Verfolgung und keine Drangsal werden Dich jemals aufhalten können.

Wenn Du Dich also bis zum Ende Deiner Lebenszeit bemüht hast, Dein Leben in solcher christlicher Vollkommenheit zu führen, dann wird es am letzten Tag Deines Lebens so geschehen, wie es der Heilige Augustinus so wunderbar beschrieben hat:   
So wird es sein an jenem Tage, dem kein Abend mehr folgt:
Da werden wir Gott schauen und Ihn lieben, Ihn lieben und lobpreisen,
Ihn lobpreisen und Ihm Dank sagen, Ihm Dank sagen und bei Ihm sein,
bei Ihm sein und bei Ihm bleiben.
Ja, so wird es sein an jenem Ende ohne Ende.
(Heiliger Augustinus von Hippo, 354 - 430)

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