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Donnerstag, 7. Juli 2016

Die Sankt-Andreas-Kirche zu Düsseldorf

Die Andreaskirche in Düsseldorf

Die Andreaskirche in der Altstadt von Düsseldorf ist für mich die schönste Kirche in Düsseldorf.
Sie ist ein Juwel des Barock mit einer Gliederung nach italienischem Vorbild und wurde in den Jahren 1622 bis 1637 unter Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg erbaut.
Am 30. November 1629, dem Andreastag, wurde die Kirche eingeweiht.
Die Andreaskirche war die Hofkirche des Herzogtums Jülich-Berg, da Düsseldorf damals die Residenzstadt dieses Herzogtums war.
Sie war außerdem eine Jesuitenkirche, weil Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg vom lutherischen Protestantismus zum Katholischen Glauben übergetreten war und zum Zwecke der Rekatholisierung die Jesuiten ins Herzogtum gerufen hatte.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Andreaskirche stark beschädigt. Der Hochaltar und die Sakristei wurden völlig zerstört,  sowie die Dächer mit den Turmhauben verbrannten.
Die Düsseldorfer bauten ihre Kirche allerdings in ihrer Schönheit wieder auf.
Der barocke Hochaltar wurde aber leider nicht mehr rekonstruiert. Die beiden prachtvollen Seitenaltäre sind jedoch bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.

Heutzutage ist die Andreaskirche die Klosterkirche der Dominikaner, eine Pfarrkirche der Pfarrei Sankt Lambertus und eine Anbetungskirche, was bedeutet, dass das Allerheiligste den ganzen Tag zur Anbetung in der Kirche ausgestellt ist.

Die Eingangsseite

Hier in dieser prachtvollen Kirche fühle ich mich zu Hause, hier besuche ich so oft wie möglich die Heilige Messe, und hier bete ich unseren geliebten Herrn Jesus Christus im Allerheiligsten an. Wenn ich in der Düsseldorfer Altstadt bin, versäume ich es niemals, unseren Herrn hier in dieser wunderschönen Anbetungskirche anzubeten. Was für eine große Freude empfinde ich doch dabei!

Der linke Seitenaltar mit dem Allerheiligsten

Der linke Seitenaltar zeigt oben Jesus Christus, den Schmerzensmann. Im großen Altarblatt steht die Muttergottes mit dem Jesuskind auf einer Wolke. Das Bild wurde 1836/37 von dem Maler Ernst Deger gemalt und zeigt die Muttergottes in einer atemberaubenden und anmutigen Schönheit. Sie hält das Jesuskind in ihren Armen. Jesus empfängt die Menschen mit offenen Armen und blickt die Menschen eindringlich an. Jesus strahlt dabei eine tiefe Liebe und eine große Barmherzigkeit aus.




Unter diesem beeindruckenden Gemälde befindet sich das zur Anbetung ausgesetzte Allerheiligste in einem gläsernen Schaukasten. Wahrlich ein sehr würdevoller Ort zur Anbetung unseres geliebten Herrn!

Komm doch auch Du zur Eucharistischen Anbetung des Herrn!

Der rechte Seitenaltar zeigt oben die Muttergottes mit dem Jesuskind. Im großen Altarblatt steht Jesus Christus vor seiner Geißlung gebunden an der Martersäule. Das Bild wurde 1836/37 von dem Maler Julius Hübner gemalt. Der Maler stellt mit seinem Gemälde nicht die Grausamkeit der Passion Jesu Christi dar, sondern zeigt Jesus Christus in makelloser Schönheit vor der Geißelung. Der Besucher ahnt mit andächtigem Schaudern, wie bald der Herr für unsere Sünden blutig gegeißelt werden wird.

Christus an der Martersäule

Der barocke Hochaltar in der Mitte der Kirche wurde nicht mehr rekonstruiert.
Im Zentrum der Kirche ist daher heutzutage eine schmerzhafte Lücke, die auch nicht von der modernen Tabernakeltreppe und den dort aufgestellten silbernen Heiligenfiguren aus dem Kirchenschatz gefüllt werden kann.
In der Mitte befindet sich auf einem Marmoraltar der Tabernakel mit seinen goldenen Türen. Es ist schön, dass alles auf diesen Tabernakel hinweist.
Über allem ist aber doch oben in der Höhe an der Wand die Darstellung des Heiligen Geistes - versinnbildlicht durch eine Taube in einem Strahlenkranz - in barocker Pracht erhalten geblieben.

Die Taube - Sinnbild des Heiligen Geistes.
 
Die Tabernakeltreppe mit den silbernen Heiligenfiguren, dem silbernen Leuchter mit dem Ewigen Licht und dem Tabernakel.

Im Zentrum befindet sich der Tabernakel.

Die gesamte Kirche strahlt überall eine herrliche barocke Pracht aus und ist über alle Maßen mit barocken Stuckreliefs verziert. Es wurde eine große Zahl an Heiligenfiguren an den Wänden zwischen den Fenstern aufgestellt, die neben unserem Herrn Jesus Christus und der Muttergottes, alle Apostel, viele Märtyrer und Heilige zeigen.



Ganz besonders beeindruckend die ist barocke Kanzel aus dem Jahr 1650. Auf dem Dach der Kanzel kämpft der Heilige Erzengel Michael gegen den Teufel. Der Heilige Erzengel Michael ist mein Namenspatron, so bete ich immer wieder das Gebet von Papst Leo XIII. zu ihm:

                           Heiliger Erzengel Michael,
                           beschirme uns im Kampf,
                           schütze uns gegen die Bosheit
                           und die Nachstellungen des bösen Feindes.
                           Ihm möge Gott gebieten,
                           so flehen wir inständig.
                           Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen
                           wollest den Satan und alle anderen bösen Geister,
                           welche zum Verderben der Seelen in der Welt umhergehen
                           mit Gottes Kraft in die Hölle hinabstoßen. 
                           
                           Amen.

Die prachtvolle Kanzel
 
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe!

Die Kirche hat auch eine prachtvolle Orgel, die auf das Jahr 1782 zurückgeht und vom Orgelbaumeister Peter Kemper erbaut wurde.


Im Eingangsbereich der Andreaskirche hängt ein beeindruckendes Gemälde von der Kreuzigung Jesu Christi. Es schmückte einst den Hochaltar der Kreuzherrenkirche und wird dem Maler Johann Spilberg zugeschrieben, der das Bild um 1650 gemalt haben soll. Dieses Bild zieht mich immer wieder mit seiner ergreifenden Darstellung der Kreuzigung unseres geliebten Heilands in seinen Bann.


Wie ich schon sagte, ist die Andreaskirche heute eine Klosterkirche des Dominikanerordens. Man nennt den Orden der Dominikaner auch den Predigerorden, was man durchaus an den hervorragenden Predigten in der Andreaskirche erkennen kann.

Die Dominikaner in Düsseldorf setzen sich aber auch sehr für die Armen und Benachteiligten in der Stadt ein. Sie sind daher sehr in dem Verein Altstadt-Armenküche e.V. engagiert.

Das Gebäude des Dominikanerkonvents befindet sich gegenüber dem Haupteingang der Andreaskirche.

Auf dem Platz vor dem Eingangsportal der Andreaskirche, der heute "Am Dominkanerkloster" heißt, ist daher auch sinnigerweise eine Martinssäule aufgestellt, die den Heiligen Martin von Tours zeigt. Dieser mildtätige Heilige wird in Düsseldorf immer noch sehr verehrt, und es finden alljährlich im November in der ganzen Stadt Sankt-Martin-Umzüge statt. Der schönste und berühmteste Umzug ist natürlich derjenige in der Altstadt.

Der Heilige Martin von Tours teilt seinen Mantel.


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