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Freitag, 1. Juli 2016

Ein Besuch im Sankt-Paulus-Dom zu Münster

Die Westseite des Sankt-Paulus-Doms zu Münster

Es gehört zu den großen Freuden in meinem Leben, Städtereisen zu unternehmen. Ein Höhepunkt dieser Reisen sind dann meine Besuche in den prachtvollen Kirchen der betreffenden Stadt. Diese Kirchen sind für mich die schönsten Räume geistlichen Lebens, und ich fühle mich dort auf eine wunderbare Weise mit den Gläubigen aus all den vergangenen Jahrhunderten innig verbunden.

Ein ganz besonders lohnenswertes Ziel ist die westfälische Stadt Münster, die so reich an Geschichte, herrschaftlichen Bürgerhäusern und wundervollen Kirchen ist. Schon im Jahre 799 wurde durch Papst Leo III. das Bistum Münster gegründet, und im Jahre 805 wurde der Heilige Liudger (auch Ludgerus genannt) zum ersten Bischof von Münster geweiht.  Besonders berühmt wurde das Jahr 1648, denn in jenem Jahr wurde in Münster und in Osnabrück der Westfälische Frieden geschlossen, mit dem der Dreißigjährige Krieg und der Achtzigjährige Krieg beendet wurden. Im zweiten Weltkrieg wurde die über Jahrhunderte gewachsene Schönheit der Stadt Münster mit ihren stolzen Bürgerhäusern und prachtvollen Kirchen fast völlig zerstört. Doch die Münsteraner bauten ihre schöne Stadt wieder auf, und viele zerstörten Gebäude wurden rekonstruiert. Auch die Kirche erstanden wieder aus den Ruinen.

Der heutige Sankt-Paulus-Dom entstand in der Jahren ab 1192, jedoch schon in der Karolingerzeit befand sich hier seit dem Jahr 805 eine Kirche. 

Von 1933 bis 1946 wirkte hier der selig gesprochene Bischof Clemens August Kardinal Graf von Galen, der scharf gegen die Verbrechen der Nazis predigte und protestierte und daher als Löwe von Münster weltberühmt wurde. Sein Grab befindet sich heute in der Ludgeruskapelle des Domes.

Im zweiten Weltkrieg wurde der prachtvolle Dom schwer beschädigt, und das berühmte gotische Westportal wurde völlig zerstört. Die Münsteraner bauten ihren prachtvollen Dom nach dem Krieg wieder auf. Doch das beeindruckende gotische Westportal wurde leider nicht mehr rekonstruiert, wie es mein oberes Foto auch deutlich zeigt. Es wurde nur eine schlichte Sandsteinwand mit sechzehn Rundfenstern errichtet. Im Volksmund heißen diese Fenster despektierlich Kellerfenster. Es war nämlich die umstrittene Entscheidung des damaligen Münsteraner Bischofs Michael Keller gewesen, das prachtvolle Westportal nicht mehr zu rekonstruieren.

Die Südseite des Doms

Die Südseite des Doms zeigt aber auch in unserer Zeit noch eine herrliche Pracht. Heutzutage betritt man dort durch das Paradies den Dom. Das Paradies ist eine prachtvolle Vorhalle des Doms mit einer beeindruckenden Schauseite.


Das Paradies

In dieser Vorhalle befinden sich lebensgroße Steinfiguren, die die Zwölf Apostel, Heilige, Stifter und unseren Herrn Jesus Christus zeigen.




Unser geliebter Heiland Jesus Christus

Im Dom selbst gibt es unendlich viel zu entdecken. Ich kann daher nicht auf jedes Detail eingehen, sondern nur auf das eingehen, was mich selbst besonders beeindruckt hat.

So hat mich besonders die monumentale Christophorus-Statue fasziniert.

Der Heilige Christophorus ist ein frühchristlicher Märtyrer, der aufgrund seiner mächtigen und ungewöhnlich großen Gestalt viele Menschen erschreckte. Damals hieß der Heilige Christophorus noch Offerus. Um Gott zu dienen, trug Offerus als Fährmann Reisende über einen reißenden Fluss. Eines Tages trug er ein Kind über den Fluss, welches seltsamerweise auf dem Weg immer schwerer wurde. Da sagte Offerus zu dem Kind: "Kind, Du bist so schwer, als hätte ich die Last der ganzen Welt zu tragen!" Das Kind antwortete: "Wie du sagst, so ist es, denn Ich bin Jesus, der Heiland. Und wie du weißt, trägt der Heiland die Last der ganzen Welt."Als sie am anderen Ufer angekommen waren, sagte das Kind zu ihm: "Du hast den Christ getragen, von jetzt an darfst du Christophorus heißen."

Die monumentale Christophorus-Statue
 
Das Jesuskind auf den Schultern des Heiligen Christophorus

In der Sakramentskapelle betete ich unseren Retter und Erlöser, unseren geliebten Herrn Jesus Christus, an. Es ist so wunderbar, dass Jesus Christus durch die Heilige Eucharistie wirklich und wahrhaftig anwesend ist.


In der Sakramentskapelle

Besonders beeindruckend ist im Dom die in den Jahren 1540 bis 1542 entstandene astronomische Monumentaluhr mit einem Glockenspiel. Sie hat den zweiten Weltkrieg unbeschädigt überstanden, da sie rechtzeitig ausgelagert worden war.

Die astronomische Monumentaluhr mit dem Glockenspiel

Seit 1973 hängt im Sankt-Paulus-Dom ein monumentales Triumphkreuz, welches unseren gekreuzigten Herrn als den zum Gericht wiederkehrenden Erlöser zeigt. Unser geliebter Herr trägt wie der auferstandene Christus eine lange, gegürtete Ärmeltunika. Diese Figur stammt aus dem 13. Jahrhundert und hat mich tief berührt.

Das beeindruckende Triumphkreuz im Dom zu Münster

Ich könnte noch so vieles zeigen, was es im Dom an Herrlichkeiten zu bestaunen gibt. Aber das würde hier den Rahmen sprengen. Besuche diesen prachtvollen Dom doch selbst einmal, liebe Leserin und lieber Leser!

Daher möchte ich zum Abschluss nur noch auf den Domherrenfriedhof eingehen, den man vom Kreuzgang des Doms aus erreichen kann. Im Inneren dieses umschlossenen Kreuzganges befindet sich der grüne Friedhof der Domherren, der auch heute noch für Begräbnisse genutzt wird und eine Oase der Stille, des Friedens und des Gebetes ist.

Auf dem Domherrenfriedhof

Auf der Spitze der Säule inmitten des Friedhofs steht eine Figur, die den Tod repräsentiert.
Denken wir immer daran, dass unsere Zeit auf dieser Erde begrenzt ist.
Denken wir immer daran, wie schnell und plötzlich für uns selbst der Tod kommen kann.
Leben wir daher unser Leben sinnvoll mit dem Blick auf die Ewigkeit und vergessen wir niemals, dass wir nur durch unseren geliebten Herrn Jesus Christus zu Gott kommen können, denn

               JESUS CHRISTUS IST DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN!

Der schreckliche TOD - Doch freue Dich, denn unser Herr JESUS CHRISTUS hat den Tod überwunden!

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