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Donnerstag, 18. August 2016

In Prüfung, Anfechtung und Heimsuchung

Das Gnadenbild des Barmherzigen Jesus in Krakau: "Jesus, ich vertraue auf Dich!"

Ich gehe gerade durch eine sehr schwere Zeit der Prüfung und Anfechtung. Eine große Not und Angst ist über mein Leben hereingebrochen. Ich möchte nicht darüber sprechen, welcher Art diese Prüfung und Anfechtung ist, aber ich kann sagen, dass diese Heimsuchung, die mich gerade persönlich ereilt, nicht weniger als meine ganze Existenz bedroht. Eine solche Prüfung und Anfechtung habe ich in meinem Leben noch niemals bestehen müssen.  
                                                                                                                                                          
Ich ringe mit Gott und bin völlig rat- und hilflos, und ich weiß nicht, wie es weitergehen wird. Ich kann Gottes Wege nicht verstehen. Ich selbst kann in dieser Sache nichts machen. Nur Gott kann mir noch helfen. Bei Gott ist doch nichts unmöglich!

Werde ich standhaft bleiben?
                                                                                                                                
O Herr, stehe mir bei!

Jesus, ich vertraue auf Dich!

Durch Prüfungen, Anfechtungen und Heimsuchungen testet uns Gott, ob unser Glaube echt ist. Keinem Gläubigen bleiben solche schweren Zeiten erspart. Keiner, der auf Gottes Wegen geht, bleibt von Prüfungen, Anfechtungen und Heimsuchungen verschont. Der Satan hat verlangt, uns wie Weizen zu sieben, so wie er es mit schon mit Petrus und den anderen Aposteln, sowie mit allen anderen Gläubigen vor uns getan hat. Jeder Mensch, der zu Gott gehört, muss durch eine solche harte Zeit der Prüfung!

Warum bin ich erstaunt darüber, dass es mich jetzt persönlich trifft?

In solchen schweren Zeiten zeigt sich, welcher Glaube wirklich in unserem Herzen lebt. Suchen wir trotzdem Gottes Angesicht? Beten wir auch weiterhin in dieser schweren Zeit?  Verherrlichen wir Gott trotz allen Leidens und loben, preisen und danken wir Ihm auch in dieser schmerzvollen Lebenslage?

In schweren Anfechtungen stellt sich heraus, ob wir wirklich zu Gott gehören und bei Ihm bleiben. Wenn wir durchhalten und standhaft bleiben, reifen wir in diesen harten Zeiten der Prüfungen, Anfechtungen und Heimsuchungen. Durch bestandene Bewährungsproben wird unser Glaube fest und stark.

Ich weiß aber schon so viel von mir, dass ich ein schwacher und sündiger Mensch bin. Allein habe ich nicht die Kraft, diese Prüfung zu bestehen. Mein Elend ist doch zu groß!

Vor einigen Jahren, als ich ebenfalls in einer schweren Anfechtung und Prüfung war, besuchte ich den Buchladen der Paulus-Schwestern in Düsseldorf, um dort eine ermutigende Lektüre zu kaufen. Als ich bezahlt hatte, durfte ich von der freundlichen Schwester noch eine Losung aus der Heiligen Schrift ziehen. Ich zog den folgenden Vers aus der Heiligen Bibel, den ich seitdem in meiner Geldbörse mit mir trage und der mir zu einem persönlichen Wort von Gott an mein Herz geworden ist:

Meine Gnade genügt dir, denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.                                              (2. Korinther 12,9)
Daran will ich mich halten. Ich will einzig und allein auf Gottes Gnade vertrauen. Nur Er kann mich in meiner Schwachheit durch diese schwere Prüfung und Anfechtung hindurchtragen.

Unser Problem ist aber nicht wirklich unsere Prüfung und Anfechtung, sondern unser tatsächliches Problem ist, dass wir nicht loslassen können. Wir müssen auf Gott schauen, statt uns nur auf unser Problem zu konzentrieren. Dadurch dienen uns alle Dinge, die Gott in unserem Leben zulässt, zu unserem Besten. Alle diese Prüfungen, Anfechtungen und Heimsuchungen dienen zu unserer Vervollkommnung und zu unserem Heil.

Und noch etwas hilft mir in dieser schweren Zeit. Diese Hilfe ist das Tagebuch der Heiligen Schwester Faustina.

Zurzeit lese ich jeden Abend mehrere Seiten aus diesem beeindruckenden Tagebuch. Was für eine Tiefe und welch einen großen Glauben kann ich dort entdecken! Wie sehr hat die Heilige Faustina doch gelitten, um die ihr vom Barmherzigen Jesus übertragene Aufgabe, den Menschen von der unergründlichen und unermesslichen Barmherzigkeit Gottes zu künden, zu vollbringen. Ja, jedes Wort in diesem Tagebuch wird mir zur Hoffnung und zum Trost. Wie sehr ermutigt mich doch das Beispiel der Heiligen Schwester Faustina, und wie sehr wird mein Glaube gestärkt, wenn ich lese, wie unendlich barmherzig doch unser geliebter Herr ist! Nur so kann ich zitternd, aber doch voller Hoffnung in all diesem Elend sagen:

Jesus, ich vertraue auf Dich!

Unsere Not ist aber nicht wirklich unsere Prüfung und Anfechtung, sondern unsere tatsächliche Not ist doch, dass wir so wenig Vertrauen zu Jesus haben! Begrüßen wir also freundlich unsere Prüfung und danken wir dem Herrn, dass Er an uns arbeitet und uns nicht in unserem Elend belässt.

Durch solche Prüfungen, Anfechtungen und Heimsuchungen werden wir geläutert, und Läuterung ist immer schmerzvoll. Seien wir dankbar und froh, dass Gott an unserem Elend arbeitet, dass Er alles Schlechte und Sündige aus uns herausbrennt, und dass Er Selbst uns Gottvertrauen lehrt.

Gott hat uns niemals ein problemloses Leben versprochen. Das bedeutet, dass wir wie jeder andere Gläubige auch, durch Prüfungen und Anfechtungen hindurch müssen. Trübsale und Kreuze sind daher unvermeidlich.

Durch solche Prüfungen reifen wir, damit auch wir nach der bestandenen Bewährungsprobe anderen Menschen helfen und dienen können. Damit auch wir anderen Menschen, die dann in Prüfungen, Anfechtungen und Heimsuchungen sind, helfen können, den einzigen Weg zu finden, wo allein unsere Rettung und unser Heil zu finden ist.

Und dieser einzige Weg ist unser Herr Jesus Christus!


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