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Mittwoch, 26. Oktober 2016

Die Basilika Sankt Lambertus zu Düsseldorf

Das Wahrzeichen von Düsseldorf: der "schiefe Turm" der Basilika Sankt Lambertus

Die Basilika Sankt Lambertus mit ihrem sogenannten "schiefen Turm" ist das Wahrzeichen von Düsseldorf, der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen.

Für mich persönlich ist sie die schönste Kirche von Düsseldorf, in deren würdevollen und feierlichen Atmosphäre es zudem für mich eine übergroße Freude ist, den Rosenkranz mit den anderen Gläubigen vor der täglichen Heiligen Messe zu beten. Man stelle sich vor, dass in dieser Kirche der Rosenkranz seit dem 12. Mai 1812 täglich gebetet wird. Dieser 12. Mai war der Tag, an dem das Gnadenbild Maria vom Siege nach der endgültigen Schließung der benachbarten Kreuzherrenkirche in die Lambertus-Kirche übertragen wurde.

Gnadenbild Maria vom Siege, um 1100

Auf jeden Fall ist Sankt Lambertus die bedeutendste Kirche von Düsseldorf, da sie sehr eng mit der Geschichte der Stadt verbunden ist. 1974 wurde der Lambertus-Kirche durch Papst Paul VI. der Ehrentitel "Basilica Minor" verliehen, was die große Bedeutung der Kirche für die Stadt Düsseldorf und das Land Nordhein-Westfalen hervorhebt.

Die Lambertus-Kirche, malerisch gelegen in der Altstadt von Düsseldorf, geht auf einen Vorgängerbau zurück, der um 1159 historisch belegt ist. Wann aber die erste Kirche dort erbaut worden ist, weiß niemand mehr. Man kann aber bestimmt sagen, dass dort Menschen schon seit gut 1000 Jahren zu unserem geliebten Herrn Jesus Christus beten.

Das Patrozinium der Kirche geht auf den Heiligen Lambertus zurück. Dieser Heilige war Bischof von Lüttich und Maastricht und wurde 705 in Lüttich ermordet, weshalb er seitdem als Märtyrer verehrt wird. 

1288 wurde Düsseldorf von Graf Adolf V. von Berg zur Stadt erhoben, nachdem dieser in einer der blutigsten Schlachten des Mittelalters, der Schlacht von Worringen, das Heer des Kölner Erzbischofs vernichtend geschlagen hatte. Der Graf unterzeichnete die Stadterhebungsurkunde am 14. August 1288, dem Vorabend des Hochfestes Mariä Aufnahme in den Himmel. Der Graf stellte somit die Stadt Düsseldorf unter den besonderen Schutz der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria. Wenige Tage später, am 8. September 1288, wurde Sankt Lambertus durch Privileg des Papstes Nikolaus IV. zur Stiftskirche erhoben.

Als ein Nachfahre des Grafen Adolf V. von Berg, Graf Wilhelm II. von Jülich und Berg 1380 von Kaiser Wenzel zum Herzog von Berg erhoben wurde, erwählte Wilhelm Düsseldorf zu seiner neuen Residenzstadt. Dazu ließ er auch Sankt Lambertus repräsentativ in Form der niederrheinischen Backsteingotik zur Kirche mit der heutigen Gestalt ausbauen, die dann am 13. Juli 1394 feierlich geweiht wurde.

Die Basilika Sankt Lambertus
 
Die Kreuzigungsgruppe an der Westseite der Basilika

Herzog Wilhelm II. wollte Düsseldorf aber auch zu einem bedeutenden Wallfahrtsort machen. Dazu hatte er im Jahre 1383 nach einer siegreichen Fehde mit dem Abt von Siegburg die Gebeine des Heiligen Sankt Apollinaris von Ravenna, einem Bischof und Märtyrer, von Remagen nach Düsseldorf bringen lassen, wobei der Kopf des Heiligen in Remagen verblieben war.

Schon bald wurde der Heilige Apollinaris von der Düsseldorfer Bevölkerung als Schutzpatron verehrt, wobei der Festtag dieses heiligen Patrons der Stadt Düsseldorf der 23. Juli ist. Der goldene Schrein des Heiligen Apollinaris befindet sich im Altar der Kirche sichtbar hinter einer Glasscheibe und stammt aus dem Jahr 1665.

Im Hintergrund der barocke Hochaltar mit der Madonna von Gabriel de Grupello aus dem Jahr 1720,
vorne im Bild der Altar mit dem goldenen Schrein des Heiligen Apollinaris aus dem Jahr 1665.

Die berühmte neuntägige Rheinkirmes, die größte Kirmes am Rhein, mit heutzutage rund vier Millionen Besuchern, wird daher aus zwei Gründen in Düsseldorf gefeiert:
 
Zum ersten wird mit der Kirmes das Kirchweihfest der Basilika Sankt Lambertus am 13. Juli gefeiert, und zum zweiten wird damit das Fest des Schutzpatrons der Stadt Düsseldorf, das Fest des Heiligen Apollinaris, am 23. Juli feierlich begangen.
Am ersten Kirmessonntag wird daher mit einem großen Festgottesdienst in der Basilika Sankt Lambertus die Kirchweihe begangen, am darauffolgenden Donnerstag wird abends ein Festgottesdienst in der Kirche mit einer anschließender Reliquien-Prozession mit dem Apollinaris-Schrein durch die Düsseldorfer Altstadt abgehalten.

Wie ist nun Sankt Lambertus  zu seinem schiefen Turm gekommen?

Der "schiefe Turm" von Düsseldorf

Nun, da gibt es die Legende, dass der Teufel in einem Wutanfall den Kirchturm verdrehte, als er versuchte, die Kirche aus der Stadt zu reißen.

Der tatsächliche Grund war jedoch folgender:

Am 11. Januar 1815 war nämlich ein Blitz in den Kirchturm eingeschlagen, worauf ein Feuer ausbrach. Der Turm wurde damals durch den Einsatz des mutigen Schlossermeisters Josef Wimmer gerettet. Anschließend war der Helm des Turmes wohl mit zu frischem und damit zu feuchtem Holz erneuert worden, worauf sich der Helm verdrehte.

Nachdem im zweiten Weltkrieg die Dächer der Kirche große Schäden erlitten hatten, bestand die Düsseldorfer Bevölkerung darauf, dass der Turmhelm wieder verdreht aufgebaut werden sollte, was dann auch geschah.

Unsere geliebte Gottesmutter Maria wird seit jeher in dieser Kirche und somit auch in der Stadt Düsseldorf sehr verehrt. Aus der Zeit vor 1334 stammt das berühmteste Gnadenbild von Sankt Lambertus. Es handelt sich um das Gnadenbild Maria in der Not.

Das Gnadenbild Maria in der Not

Unzählige Menschen haben in den vergangenen Jahrhunderten vor diesem Gnadenbild eine Kerze entzündet und gebetet:

"Bitte für uns Maria in der Not, die wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen!"

In jeder Heiligen Messe und bei jedem Rosenkranz wird dieses Gebet von den Gläubigen gebetet.

Die Pietà, die dem Ende des 14. Jahrhunderts entstammt, ist sehr beeindruckend und berührt die Gläubigen tief. Die Stele, die die Pietà umgibt, stammt aus dem Jahr 1975. Die Gottesmutter hält den toten Leib ihres geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, auf ihrem Schoß.

Wie groß war doch das Leid Mariens!

Die Pietà in der Basilika Sankt Lambertus zu Düsseldorf

Auch einer der Seitenaltäre bewegt mich immer wieder tief in meinem Herzen.

Es ist der Altar der Schmerzensmutter.

Unserer Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria dringt ein Schwert durch das Herz. Diese Madonna stammt aus dem Jahr 1623, und zeigt das große Leid, das auf ihrem Antlitz deutlich zu erkennen ist. Der Altartisch zeigt das Heilige Grab Jesu Christi mit Seinem Leichnam. Die hölzerne Christusfigur stammt aus der Zeit um 1500. 

Der Altar der Schmerzensmutter mit dem Heiligen Grab und dem Leichnam Jesu Christi

Zwischen dem Altar mit dem Gnadenbild Maria in der Not und dem Altar der Schmerzensmutter befindet sich das Grabmal von Herzog Wilhelm dem Reichen, der von 1539 bis 1592 lebte. Auf dem Sarkophag befindet sich eine Haube, die eine lebensgroße Figur des Herzogs in seiner vollen Rüstung zeigt. Über dem Mittelrelief befindet sich der Wahlspruch des Herzogs:

"In Deo spes mea - In Gott ist meine Hoffnung"

Unter dem Grabmal von Herzog Wilhelm dem Reichen befindet sich die Fürstengruft der Kirche, in der mehrere Fürstinnen und Fürsten beigesetzt worden sind.

 Das Grabmal von Herzog Wilhelm dem Reichen aus den Jahren 1596-1599 

Die Lambertus-Kirche verfügt über ein einzigartiges Sakramentshaus, das Ende des 15. Jahrhunderts aus französischem Sandstein erbaut worden und eines der hervorragendsten Sakramentshäuser am ganzen Niederrhein ist. In diesem Sakramentshaus befindet sich der Tabernakel mit dem Allerheiligsten.

Liebe Leserin, lieber Leser, denke immer daran, dass unser Herr Jesus Christus tatsächlich im Allerheiligsten Sakrament des Altares gegenwärtig ist. So ehre Jesus Christus doch durch eine Verneigung!

Nach überliefertem Brauch brennt beim Tabernakel ständig ein mit Öl genährtes Ewiges Licht, wodurch die Gegenwart Jesu Christi angezeigt und geehrt wird. Hier ist es eine mächtige, silbergetriebene Ampel mit dem Ewigen Licht. Sie wurde 1682 vom Kölner Goldschmied Johann Dick geschaffen.

Das Sakramentshaus mit dem Tabernakel und dem Ewigen Licht

Ich kann heute nicht alle Schätze dieser wunderschönen Kirche aufzählen. Es wäre noch so viel zu nennen, wie zum Beispiel der bedeutende Kirchenschatz der Basilika.
Vielleicht aber hat Dich dieser Bericht ermuntert, doch selbst einmal diese bedeutende Kirche in Düsseldorf zu besuchen. So kannst Du dort noch viele weitere sakrale Kunstwerke entdecken und die Heilige Messe mitfeiern oder den Rosenkranz mitbeten.

Hier sind die Zeiten:

Montag bis Freitag: 18.00 Uhr Rosenkranz
                                     18.30 Uhr Heilige Messe
Samstag:                    09.00 Uhr Heilige Messe in den Anliegen der Beter am Gnadenbild
                                     16.30 Uhr Rosenkranz
                                     17.00 Uhr Vorabendmesse, Marienlob
Sonntag:                     10.30 Hochamt
                                     16.30 Uhr Rosenkranz
                                     17.00 Uhr Heilige Messe
                   

Die Kreuzigungsgruppe  an der Westseite der Lambertus-Kirche aus dem Jahr 1929

 

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