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Dienstag, 4. Oktober 2016

Friedensgebet des Heiligen Franz von Assisi

Fresko des Heiligen Franz von Assisi (Giovanni Cimabue, 1280)

"Mein Gott - mein Alles", so lautete der Wahlspruch des Heiligen Franz von Assisi, der einer der Großen im Himmelreich ist. Heute feiert die Katholische Kirche seinen Festtag.
Der Heilige Franz lebte von 1182 bis 1228 in Assisi/Italien.
Diese große Heilige trug die Wundmale unseres geliebten Herrn Jesus Christus und war wohl einer der entschiedensten Nachfolger des Herrn. Gerade deshalb inspiriert er bis heute unzählige Menschen auf der ganzen Welt.
Er entsagte so konsequent dem Reichtum und den Verlockungen dieser Welt, dass er vor den Augen seines Vaters, des Bischofs und einer großen Menge Zuschauer alle seine Kleider auszog und dem Erbe seines Vaters mit den folgenden Worten entsagte:

 Weder Geld noch Kleider will ich von dir, von jetzt an nenne ich nur noch einen Vater, den im Himmel!

Der Heilige Franz lief anschließend nackt aus der Stadt und verabschiedete sich so von allem Reichtum und Wohlstand, von seiner Herkunft und von der Gesellschaft und lebte fortan als Bettelmönch im Dienst an den Kranken und Ausgestoßenen seiner Zeit.
Bald sammelten sich gleichgesinnte Männer um ihn, so dass er zum Stifter des Ordens der Minderen Brüder wurde, woraus sich die heutigen franziskanischen Orden der Minoriten, Franziskaner und Kapuziner entwickelten.
Der Heilige Franz erkor sich die Armut zur Braut. Er liebte die Tiere als unsere Mitgeschöpfe Gottes und predigte sogar den Vögeln. So wurde er zu einem großen Freund der Natur, der Sonne, Mond und Sterne als seine Brüder und Schwestern ansah.
Der Heilige Franz lebte so sehr nach dem Vorbild Jesu Christi, der sogenannten Imitatio Christi, dass er zu einem der größten Heiligen der Christenheit wurde. 

Das folgende, wunderbare Friedensgebet des Heiligen Franz von Assisi drückt in vollkommener Weise aus, was diesem unvergleichlichen Heiligen die Nachfolge Christi bedeutete:

Oh Herr,
mache mich zu einem Werkzeug
Deines Friedens.
Dass ich Liebe übe,
da wo man mich hasst;
dass ich verzeihe,
da wo man mich beleidigt;
dass ich verbinde,
da wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage,
da wo Irrtum herrscht;
dass ich den Glauben bringe,
wo Zweifel ist;
dass ich Hoffnung wecke,
wo Verzweiflung quält;
dass ich Dein Licht anzünde,
wo die Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe,
wo der Kummer wohnt.


Ach Herr,
lass mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde,
sondern, dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde,
sondern, dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde,
sondern, dass ich liebe.


Denn wer sich hingibt,
der empfängt;
wer sich selbst vergisst,
der findet;
wer verzeiht,
dem wird verziehen;
und wer stirbt,
der erwacht zum ewigen Leben.
Amen.


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