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Samstag, 19. November 2016

Die Gebetsübung der "Drei Ave Maria"

Die Heilige Mechthild von Hackeborn (links)
mit ihrer Schwester, der Heiligen Gertrud von Hackeborn

Heute feiert die Katholische Kirche den Gedenktag der Heiligen Mechthild von Hackeborn, die zusammen mit der Heiligen Gertrud von Helfta und zusammen mit Mechthild von Magdeburg zu den großen deutschen Mystikerinnen des Mittelalters zählt.

Mechthild von Hackeborn wurde 1241 auf der Burg Helfta bei Eisleben geboren und starb am 19.11.1299 im Kloster Helfta. Sie wirkte dort als Nonne bei den Zisterzienserinnen.

Der Heiligen Mechthild von Hackeborn wurden große mystische Erfahrungen, Visionen und Offenbarungen zuteil, die von zwei Mitschwestern auf Anweisung der Äbtissin Sophie von Querfurt im "Liber specialis gratiae" in lateinischer Sprache aufgezeichnet wurden.

Dieses "Buch der besonderen Gnade" enthält zahlreiche Visionen, Erfahrungen und Offenbarungen über die Brautmystik, also der Vermählung mit unserem geliebten Herrn Jesus Christus, über Liebeswunden, über die Herz-Jesu-Verehrung, über die Eucharistie, über die Sorge für die Armen Seelen und über die Unio mystica, die als die Höchste aller Erfahrungen geschildert wird.

Die Allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria in der Marienbasilika zu Kevelaer

Besonders bekannt aber wurde die Gebetsübung der "Drei Ave Maria", die auf Offenbarungen der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria an die Heilige Mechthild von Hackeborn zurückgeht. Aus dieser Gebetsübung erlangt der Beter kostbare Heilsfrüchte und außerordentliche Gnaden der Bekehrung, der Beharrlichkeit oder sogar der Berufung zum Priester- und Ordensstand.

Gegen Ende ihres Lebens dachte die Heilige Mechthild von Hackeborn voller Bangigkeit an den großen Augenblick, da ihre Seele den Körper verlassen würde, um in die Ewigkeit einzugehen. Darum bat sie die Mutter Gottes um gnädigen Beistand für ihre letzte Stunde.

Die Madonna, die ihrer treuen Dienerin schon oftmals erschienen war, erhörte ihr Flehen und sprach zu ihr:

"Ja, ich werde deine Bitten bestimmt erfüllen, meine Tochter, aber ich verlange von dir, dass du täglich mir zuliebe "Drei Ave Maria" betest.

Das erste Ave zu Ehren Gott Vaters, der in seiner herrlichen Allmacht meine Seele so auszeichnete, dass ich nach Ihm allmächtig im Himmel und auf Erden bin.


Das zweite Ave zu Ehren Gott des Sohnes, der in der Größe Seiner unerforschlichen Weisheit mich mit solchen Gaben der Wissenschaft und des Verstandes schmückte und erfüllte, dass ich inniger als alle Heiligen die Allerheiligste Dreifaltigkeit schauen darf. Er hat mich überdies mit einem Glanz übergossen, dass ich wie eine strahlende Sonne den ganzen Himmel erleuchte.


Das dritte Ave zu Ehren des Heiligen Geistes, der die süße Fülle Seiner Liebe in mein Herz gegossen hat und mich so gut und barmherzig schuf, dass ich nach Gott das sanfteste und gütigste Wesen bin."


Die Versprechungen, die die Heiligste Jungfrau an die "Drei Ave Maria" 

knüpfte:
"Ich werde dir in der Todesstunde beistehen, dich trösten und alle Macht des Teufels von dir fernhalten. Ich werde dir das Licht des Glaubens und der Erkenntnis eingießen, damit dein Glaube nicht durch Unwissenheit oder Irrtum versucht werde. Ich werde dir in der Stunde des Hinscheidens nahe sein und in deine Seele die Wonne der göttlichen Liebe überströmen lassen, damit kraft ihrer Übermacht alle Todespein und Bitterkeit durch die Liebe sich in Glückseligkeit wandle."


Diese Gebetsübung entsprang also nicht menschlichem Wollen und Bemühen, sondern war die Frucht einer ausdrücklichen Offenbarung Mariens und enthielt so tröstliche Versprechungen, wie sie nur die Himmelskönigin geben konnte. Und die Madonna steht zu ihrem Wort. Sie lässt ihre mütterliche, unsichtbare Gegenwart den getreuen Betern der "Drei Ave Maria" in der Todesstunde fühlbar werden.


(Liber specialis gratiae, P. I. Kap. 47)

In der Gebetsstätte zum Barmherzigen Jesus in Düsseldorf

Die Gebetsübung der "Drei Ave Maria" sollte folgendermaßen praktiziert werden: 

Man muss morgens und abends dreimal

Gegrüßet seist du, Maria,
voll der Gnade,
der Herr ist mit dir,
du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
Jesus. -
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.

zu Ehren der drei oben genannten großen Vorzüge mit folgender Anrufung am Ende beten:
 
Am Morgen:

O, meine Mutter, bewahre mich an diesem Tag vor der Todsünde. Amen.

Am Abend:   

O, meine Mutter, bewahre mich in dieser Nacht vor der Todsünde. Amen.


200 Tage Ablass durch Leo XIII. u. apostolischer Segen von Seiner Heiligkeit Pius X. u. von S.H. Benedikt XV.
Imprimatur: Regensburg, 29. Oktober 1932, Dr. Höchst, G.V.
Sekretariat der Erzbruderschaft: "Unserer Lieben Frau von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit"




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