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Freitag, 23. Dezember 2016

Der Engel von Auschwitz

Ehrwürdige Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu

Eine meiner großen Heldinnen im Glauben ist die Ehrwürdige Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu. Sie wurde unter dem bürgerlichen Namen Maria Cäcilia Autsch am 26. März 1900 zu Röllecken im Sauerland geboren und starb am 23. Dezember 1944 im Konzentrationslager Auschwitz in Polen. Dort wurde sie wegen ihrer großen Liebe und Hilfsbereitschaft und wegen ihres tiefen und glaubwürdigen Katholischen Glaubens von den Mithäftlingen als "Engel von Auschwitz" bezeichnet.

Schon als Kind verspürte Maria Cäcilia Autsch in sich eine Neigung zum Ordensberuf, aber zunächst sah alles bei ihr nach einem normalen Leben aus. Sie ging eine Verlobung ein und bereitete sich auf ein Familienleben vor. Doch dann traf sie im Jahre 1930 ein schwerer Schicksalsschlag. Ihr Verlobter erhängte sich, und Maria Cäcilia Autsch musste in Schimpf und Schande den Heimatort im Sauerland verlassen.  

Dieser schwere Schicksalsschlag wurde zur großen Wende in ihrem Leben. 1934 trat sie als Nonne in die aus Spanien stammende Schwesterngemeinschaft der Trinitarierinnen ein, deren einzige deutschsprachige Niederlassung sich zu Mötz in Österreich befand. Bei der Einkleidung am 4. Juli 1934 erhielt sie den Namen Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu. Im Kloster zu Mötz war sie als Erzieherin und Erntehelferin tätig.

Doch als im Jahre 1938 Österreich an das nationalsozialistische Deutschland angeschlossen wurde, geriet auch das Kloster Mötz in Tirol in Gefahr, denn der damalige Gauleiter wollte Hitler zu dessen 50. Geburtstag im April 1939 ein klosterfreies Tirol melden.

Im Angesichte dieser dämonischen Bosheit wurde Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu nun im Widerstand aktiv. Sie kontaktierte den spanischen Konsul in Wien und gab an, dass das Kloster nicht durch die Nazis beschlagnahmt werden dürfe, da es spanisches Eigentum sei. Daraufhin sahen die Nazis von der Enteignung des Schwesternhauses ab.

Jetzt hatte Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu jedoch die Aufmerksamkeit und den Hass der Nazis auf sich gezogen. Als sie dann Hitler als "Unglück für Europa" bezeichnete, wurde sie denunziert. Daraufhin wurde sie wegen "Führerbeleidigung und Wehrkraftzersetzung" am 12. August 1940 verhaftet. Nachdem die Nazis ihr Tagebuch gelesen hatten, in dem sie Hitler als die "Geißel Europas" bezeichnet hatte, wurde sie am 29. August 1940 ohne Gerichtsverhandlung in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert.

Unser geliebter Herr Jesus Christus und Sein Heiligstes Herz standen im Zentrum des Lebens der
Ehrwürdigen Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu

Hier in Ravensbrück half sie unter Lebensgefahr anderen Mithäftlingen und war stets darum bemüht, ihnen beizustehen und ihnen die Liebe Jesu Christi zu zeigen.

1942 wurde Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu dann ausgerechnet am Tag ihres Geburtstages, dem 26. März, in das Konzentrationslager Auschwitz überstellt. In diesem berüchtigten Vernichtungslager wurde sie nach den bewegenden Zeugenaussagen überlebender Mithäftlinge zum "Engel von Auschwitz". Es wird berichtet, dass sie sich für ihre Mithäftlinge aufopferte, indem sie ihnen ihre eigenen kärglichen Brotrationen schenkte. Sie war der Sonnenschein in der finsteren Hölle, eine Heilige in der Hölle des Konzentrationslagers  von Auschwitz.

Die Mitgefangene und überlebende Zeugin Maria Rosenberger fragte sie manchmal:
"Wovon lebst du denn, wenn du dein Brot immer weggibst?"
Die Ehrwürdige Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu antwortete:
"Wenn ich Hunger habe, bete ich. Dann vergesse ich."
Die Zeugin Maria Rosenberger sagte weiter dazu aus:
"Dabei sah sie mit ihren Bäckchen aus wie das blühende Leben, auch wenn sie hungerte. Wir bekamen täglich ein Stück Brot und mittags die dünne Steckrübensuppe. Da schwammen auch schon mal Würmer drauf."

Die überlebende jüdische Ärztin Margita Schwalbowá schrieb:
"Angela Autsch habe gewirkt wie ein Lächeln der Morgenröte, wie ein Strahl des Sonnenlichtes. Inmitten der fürcherlichen Elends entstand eine Insel der Zärtlichkeit."

Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu starb am 23. Dezember 1944 nach einem Bombenangriff der Alliierten auf das Konzentrationslager Auschwitz, bei dem sie verletzt wurde.

Das Erzbistum Wien leitete am 8. März 1990 den Seligsprechungsprozess von Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu ein. Der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse wurden die rund 100 erhalten gebliebenen Briefe vorgelegt, in denen Schwester Angela Maria ihren tiefen Glauben während der Haftzeit bezeugt hatte. Gemeinsam mit den bewegenden Zeugnissen der überlebenden Mithäftlinge belegen sie, wie Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu zum "Engel von Auschwitz" wurde.

Der Herr Jesus Christus litt und starb auch für Dich!

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