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Dienstag, 6. Dezember 2016

Heiliger Nikolaus von Myra, bitte für uns!

Byzantinische Ikone des Heiligen Nikolaus von Myra 
 im Abteischatz der Kirche Sankt Johann zu Aachen-Burtscheid
(Konstantinopel, um 1180)

Heute feiern die Katholische Kirche und die Orthodoxe Kirche den Gedenktag des Heiligen Nikolaus von Myra.

Der Heilige Nikolaus von Myra wurde um 280/286 in Patara als Sohn reicher Eltern geboren und starb am 6. Dezember 345/351 in Myra. Diese Orte lagen damals im Byzantinischen Reich.

Aufgrund einer Pestepidemie wurde Nikolaus schon sehr früh in seinem Leben ein Waise. Bereits als junger Mann war er sehr wohltätig und verschenkte sein Vermögen unter den Armen. Sein Ruf als Wohltäter und Geber guter Gaben geht jedoch darauf zurück, dass  Nikolaus drei jungen Frauen Gold durch ein Fenster oder einen Kamin zuwarf, um sie vor der Prostitution zu retten. Die Geschichte trug sich folgendermaßen zu:

Der Heilige Nikolaus erfuhr, dass ein adliger Mann in seiner Heimatstadt Patara wegen großer Not und Armut auf den unseligen Gedanken verfiel, die Unschuld seiner Töchter preiszugeben, um durch deren sündhafter Prostitution sich selbst und seine Familie vor dem Hungertode zu bewahren. Der Heilige Nikolaus begab sich deshalb eines Nachts in aller Stille zu dem Haus der unglücklichen Familie, und warf durch ein Fenster oder einen Kamin ein Säckchen voller Gold in das Haus des bekümmerten Vaters, womit dieser seine älteste Tochter verheiratete. Danach begab sich Nikolaus ein zweites und ein drittes Mal des Nachts zu dem Haus der armen Familie, und warf jedes Mal ein Säckchen mit Gold in das Haus, um auch die beiden anderen Töchter vor der Prostitution zu  erretten. Als  Nikolaus sein drittes Goldsäckchen in das Haus geworfen hatte, eilte der Vater, der die ganze Nacht schlaflos in seinem Bette gelegen hatte, dem fliehenden Wohltäter nach, und warf sich ihm voller Dankbarkeit zu Füßen. Der Heilige Nikolaus hob den Mann auf und schärfte ihm ein, niemandem zu offenbaren, was er getan hatte.

Im Kloster von Sion wurde der Heilige Nikolaus von seinem Onkel, dem Bischof von Myra, zu einem Mönch und Priester geweiht. Nach dem Tode seines Onkels wurde Nikolaus in seiner tiefen Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus dazu bewegt, eine Pilgerreise in das Heilige Land zu unternehmen. Als Nikolaus von dieser Pilgerfahrt zurückkehrte, wurde er zum Bischof von Myra gewählt.

Unter der Christenverfolgung von Kaiser Galerius wurde der Heilige Nikolaus um das Jahr 310 auf schreckliche und grausame Weise gefoltert. Im Jahr 325 nahm Nikolaus am ersten Konzil von Nicäa teil, wo er die Wesensgleichheit unseres geliebten Herrn Jesus Christus als Sohn Gottes mit Gott dem Vater verteidigte.

Bald nach dem Tode des Heiligen Nikolaus von Myra entwickelte sich im Volke ein Kult um den Heiligen, so dass Nikolaus im Laufe der Jahrhunderte zu einem der meistverehrten Heiligen nach der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria wurde.

Viele Jahrhunderte war der Nikolaustag am 6. Dezember und nicht Weihnachten der Tag der großen Bescherung mit Geschenken. In einigen Ländern wie in unserem schönen Nachbarland, den Niederlanden, ist er dies noch heute.

Martin Luther war diese Nikolausverehrung so sehr ein Dorn im Auge, dass er sich bemühte, die Bescherung mit Geschenken auf Weihnachten zu verlegen, und die Geschenke vom Christkind bringen zu lassen. Luther war damit so erfolgreich, dass auch viele katholische Länder die Bescherung auf Weihnachten verlegten.

Der Weihnachtsmann mit dem weißem Bart und dem rotem Gewand, der den Kindern an Weihnachten die Geschenke bringt, geht auf den niederländischen "Sinterklaas" zurück, dessen Tradition niederländische Auswanderer in die Vereinigten Staaten von Amerika mitbrachten, wo er als "Santa Claus" berühmt wurde.

In Deutschland ist es vielerorts üblich, am Vorabend des Nikolaustages Stiefel aufzustellen, an denen sich dann am Morgen des Nikolaustages Süßigkeiten und kleine Geschenke befinden.

Auch hat der Nikolaus hat bei seinem Besuch immer ein großes "Goldenes Buch" bei sich, worin die guten und bösen Taten der Menschen verzeichnet sind. Durch dieses Buch weiß der Heilige Nikolaus daher von jedem Kind, ob es brav war oder nicht.  Ein häufiger Begleiter des Heiligen Nikolaus ist in Deutschland Knecht Ruprecht, in Österreich der Krampus und in der Schweiz der Schmutzli.

Es ist so schön, dass sich dieses liebevolle Brauchtum um den Heiligen Nikolaus erhalten hat. Lassen wir es uns nicht zerstören und beten wir voller Vertrauen um die Fürsprache des Heiligen Nikolaus:

Gott, Du Spender alles Guten,
hilf uns auf die Fürsprache des Heiligen Nikolaus
in aller Not
und steh uns bei in jeder Gefahr.
Gib uns ein großmütiges Herz,
damit wir anderen schenken,
was wir empfangen,
und den Weg des Heiles ungehindert gehen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.


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