Translate

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Was wir durch unsere Leiden lernen können

Jesus Christus litt für Dich!

Für mich geht ein sehr leidvolles Jahr zu Ende. Ich möchte nicht auf meine einzelnen Leiden eingehen, die mich in diesem Jahr getroffen haben, aber es war schon ein außergewöhnlich schweres Jahr körperlicher, geistiger und emotionaler Leiden für mich. Aus diesem Grunde habe ich sehr intensiv darüber nachgedacht, ob und welchen Nutzen ich aus meinen Leiden ziehen könnte. Und ich bin zu der Gewissheit gekommen, dass wir sehr wohl Nutzen aus unseren Leiden ziehen können, wenn wir uns nicht verhärten und uns nicht dem durchaus schmerzhaften Lernprozess verweigern. Daher möchte ich heute darüber sprechen, was wir durch unsere eigenen Leiden lernen können.

Jesus Christus an der Geißelsäule in der Sankt -Lamberti-Kirche zu Münster

1. Wir können durch unsere Leiden lernen, Geduld und Mitgefühl für unsere leidenden Mitmenschen zu entwickeln und Ihnen ein Tröster zu sein!

Liebe Leserin, lieber Leser, geht auch für Dich ein Jahr zu Ende, in dem Dich schwere leidvolle Zeiten getroffen haben? Dann geht es Dir genauso wie mir. Ist vielleicht ein lieber Mensch für immer von Dir gegangen? Oder hast Du an einer schweren Krankheit gelitten? Vielleicht leidest Du auch unter einer chronischen Krankheit, bei der keine Aussicht auf Heilung mehr besteht? Haben Dir Depressionen und starke Ängste zugesetzt? Oder befindest Du Dich in schweren finanziellen Nöten, und weißt nicht mehr ein noch aus? Vielleicht hat Dich auch ein großes Unrecht getroffen, und Du kommst nicht darüber hinweg?

Die Leiden und Nöte der Menschen sind vielfältig, und niemand, aber auch wirklich niemand wird vom Leid verschont. Wenn wir in das Meer der Leiden geworfen werden, dann ist es ungemein wichtig, nicht zu verbittern und sein Herz zu verhärten. Es gibt unzählige Menschen, die den Glauben verlieren und sich völlig von Gott abwenden, wenn sie schwere Leiden treffen. Sie verstehen die Welt nicht mehr, geben Gott die Schuld und beginnen sogar, Gott zu hassen. Dann versinken sie in schweren Sünden, da ihre Herzen kalt und hart wie Stein geworden sind.

Wir können aber auch aus unseren Leiden gestärkt hervorgehen, weil wir aus ihnen gelernt haben und auf diese Weise Geduld und Mitgefühl für unsere leidenden Mitmenschen entwickelt haben. Das geht aber nur, wenn wir wissen, dass unser Herr ein Gott voller Liebe und Barmherzigkeit ist.

Solche Menschen, die Gottes Liebe und Barmherzigkeit schon einmal selbst erfahren haben, Menschen, die im reinigenden Feuer der verschiedensten Leiden geprüft und geläutert worden sind und trotz ihrer Leiden nicht von Gott abgefallen sind, solche Menschen wissen, was Schmerzen und Kummer, was Verlust und Ablehnung, was Depressionen und Ängste, was Trauer und Einsamkeit bedeuten. Solche Menschen sind wahre Experten in Sachen Leiden geworden. Menschen, die selbst einmal an dem Punkt waren, aufgeben zu wollen und dann trotzdem Gott vertraut haben, solche Menschen sind in ihrem Glauben und in ihrer Freude am Herrn gewachsen. Dann können solche Menschen, ihrem Nächsten in dessen Nöten und Leiden helfen und trösten, weil sie selbst durch ihre eigenen Leiden in der Erkenntnis des Herrn Jesus Christus gewachsen sind. Durch ihr Ausharren in ihren Leiden, Anfechtungen und Versuchungen, haben sie gelernt, Geduld und Mitgefühl nicht nur für die Leiden anderer Menschen, sondern auch für sich selbst zu entwickeln. 

Wir dürfen niemals vergessen, dass unser geliebter Herr Jesus Christus einem jeden leidenden Menschen Seine Nähe und Liebe schenken möchte. Jesus Christus spricht in Seiner großen Barmherzigkeit jedem Leidenden, der in seinen dunkelsten Stunden zu Ihm um Hilfe schreit, Trost und Zuversicht zu. Wir dürfen nur nicht aufhören, uns an den Herrn zu wenden. Ich selbst weiß aus leidvoller Erfahrung, dass es besonders schwere Stunden gibt, in denen man noch nicht einmal mehr beten kann. Doch dann ist immer noch ein Stoßgebet möglich. Rufe in Deiner großen Not den Namen unseres geliebten Herrn Jesus Christus an, und Er wird Dir zu Hilfe eilen und Dir Kraft und Trost schenken. Ein solcher Ruf oder ein solches Stoßgebet könnte sein:
 
"Herr Jesus Christus, hilf mir doch in meiner großen Not!"

oder einfach:

"Jesus, Erbarmen." 

Denke immer daran, unser Herr versteht Dich. Erinnere Dich, wie sehr Er für Dich bei Seiner Kreuzigung gelitten hat.

Unsere Leiden befreien uns aber auch von dem Richten über andere. Wir erkennen, da wo dieser leidende Mensch jetzt ist, da waren wir auch einmal. Dann hören wir auf, die Schuld in dessen eigenen Sünden zu suchen, und wir fangen an, nur noch Liebe und Mitgefühl für unseren leidenden Mitmenschen zu entwickeln.

Wie oft schon habe ich gehört, dass mir Leute sagten, wenn ich einem Obdachlosen Trost zusprach und ihm etwas Geld gab, wie ich einem solchen Menschen nur Geld geben könne, denn der würde dafür doch nur Alkohol oder Drogen kaufen. Das sind nur faule Ausreden, um selbst kein Mitgefühl verspüren zu müssen und dem leidenden Menschen die Schuld für unseren Mangel an Mitgefühl zuschieben zu können. Da ist es weise, erkannt zu haben, dass Richten uns nur von der Entwicklung von Liebe und Mitgefühl abhält.

Erinnern wir uns also immer daran, was unser Herr Jesus Christus spricht:

"Amen, das sage Ich euch: Was ihr für einen Meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr Mir getan."
(Matthäus 25,40)

Pietà in der Pfarrkirche Sankt Mariä-Himmelfahrt zu Mülheim/Ruhr-Saarn

2. Wir können durch unsere Leiden lernen, nicht mehr auf uns selbst, sondern nur noch auf Gott zu vertrauen!

Eine der wichtigsten Lehren, durch die wir durch unsere Leiden erlangen können, ist, dass wir es endlich aufgeben, in Zeiten der Anfechtungen, Leiden und Versuchungen auf uns selbst und unsere eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, sondern all unser Vertrauen nur noch auf den Herrn zu setzen.

Dieser Blog heißt ja nicht ohne Grund:

"Jesus, ich vertraue auf Dich!"

Gott hat mich wirklich in meinem Leben an das Ende meiner eigenen Kraft kommen lassen, damit ich es lernte, jedes Vertrauen darauf zu verlieren, mich selbst retten zu können. Da ich nicht gerade der Schnellste im Lernen meiner Lektionen bin, geriet ich in eine derart hoffnungslose Lage, aus der mich nur noch unser Barmherzige Gott erretten konnte.

Wenn wir an den Tiefpunkt unseres Lebens gelangen, wenn wir an das Ende aller menschlichen Hilfe oder wenn wir in den Schatten des Todes gelangen, dann begegnen wir Gott.

Doch die meisten Menschen wissen das nicht. Sie kennen nicht denjenigen, der allein ihre Rettung und ihr Heil ist. Das ist der Herr Jesus Christus, der Sich für uns und unsere Sünden hat kreuzigen lassen, der aus tiefer Liebe Sein Kostbares Blut für uns vergossen hat. Selbst viele Christen, die in Not und Leiden geraten sind, meinen immer noch, dass sie es irgendwie selbst schaffen könnten und einfach nur in eigener Kraft durchhalten müssten.

Nein, wenn wir wirklich am Ende sind, dann können wir uns nicht mehr aus eigener Kraft retten, dann gilt es, nur noch auf Gott zu vertrauen. Daher können unsere Leiden wirklich zu einem großen Nutzen für uns werden, weil wir durch sie erkennen, dass wir völlig am Ende der eigenen Kraft angelangt sind. Dann erinnern wir uns daran, was uns der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther sagt:

"Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; Er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet.  Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt."
(1 Korinther 10,13)

Dann werden wir erkennen, was dieser Ausweg ist, und der ist das alleinige und vorbehaltlose Vertrauen auf den Herrn.

Machen wir es wie die Heilige Thérèse von Lisieux und gehen wir ihren so genannten kleinen Weg der geistlichen Kindschaft, was bedeutet, dass wir unsere eigene Armut und Kleinheit bewusst bejahen, um von Gott die wahre Größe zu erlangen, die Er denen verleiht, die sich von Ihm abhängig machen. Es ist ein Weg des Vertrauens und der Hingabe an den Willen des Vaters, der den ganzen Menschen fordert und in Dienst nimmt. So kommen wir endlich an den Punkt, an dem wir nur noch auf Gott vertrauen. Wir legen unser ganzes Leben in die Hände des Vaters und hören endlich auf, alles verstehen zu wollen.

Dann fangen wir an, Gott zu vertrauen, wie ein Kind seinem Vater vertraut. Dann erinnern wir uns auch an die großen Offenbarungen über die unermessliche und unergründliche Barmherzigkeit Gottes, die die Heilige Schwester Faustina durch unseren geliebten Herrn Jesus Christus erhalten hat, und wir können endlich voller Zuversicht sagen:

"Jesus, ich vertraue auf Dich!"

Bildnis des Barmherzigen Jesus in der
Gebetsstätte zum Barmherzigen Jesus in Düsseldorf

3. Wir können durch unsere Leiden lernen, nie mehr an Gott zu zweifeln, uns auch in Zukunft aus allen Leiden und jeder Notlage zu befreien!

Seit zehn Jahren gehe ich nun meinen Lebensweg mit Gott. Am 15. Januar 2006 errettete Gott mich aus einer unvorstellbar großen Not, in die ich durch mein damaliges sündiges Leben geraten war, und die ich jetzt hier nicht beschreiben kann. Ich hatte Gott nicht gesucht. Doch genau am Tiefpunkt meines Lebens errettete mich Gott in Seiner unergründlichen Barmherzigkeit. Kein Abgrund ist eben so tief, als dass Gott nicht daraus erretten könnte. Diese Rettungsaktion Gottes wurde zu dem großen Wendepunkt in meinem Leben, und ich begann, mein Leben ganz auf den Herrn auszurichten.   

Ich habe schon mehrfach in diesen zehn Jahren seit meiner Bekehrung die Erfahrung gemacht, dass Gott mich wirklich aus jeder Notlage und aus allen Leiden errettet hat. Dadurch bin ich in der Lage, meinen Glauben auf das Fundament dieser selbst erlebten und tatsächlich erfahrenen Hilfe Gottes zu stellen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gottes Hilfe immer auf die erstaunlichste Weise zustande kam. Ich konnte sie weder vorhersehen, noch konnte ich mir vorstellen, auf welche Weise Er mir Seine Hilfe zuteil werden lassen würde. Gottes Hilfe kam nie zu früh, aber sie kam immer rechtzeitig. Daher gehört es zu meiner wichtigsten Aufgabe, mich immer wieder daran zu erinnern, wie oft schon Gott mich schon in der Vergangenheit errettet hat.

Das empfehle ich auch Dir, liebe Leserin, und Dir, lieber Leser. Vergiss niemals, was Gott schon in Deiner Vergangenheit für Dich getan hat und erinnere Dich immer wieder an die erfahrene Hilfe Gottes. Stärke mit diesem Wissen Deinen Glauben so sehr, dass Du in jedem Leiden, in jeder Not, in jeder Krise und in jeder Versuchung auf Gott vertrauen kannst und weißt, dass Du dem morgigen Tag ohne Angst entgegensehen kannst.

Wenn Du leidest, wenn Du in Not bist, dann darfst und musst Du nur eines tun, und das ist, Deine Augen auf Gott zu richten. Schaue nicht auf Dein Elend, sondern richte Deinen Blick auf den Herrn Jesus Christus. Kommen gerade auch jetzt dämonische Anfechtungen und Versuchungen, rufe den Namen des Herrn Jesus Christus an und sage voller Vertrauen:

"Jesus, ich vertraue auf Dich!"

Komm also in Deinen schweren Leiden zu unserem Herrn und Gott, und suche beim Ihm Barmherzigkeit in Deiner großen Not. Dann wirst Du erfahren, dass der Herr Jesus Christus treu ist und Dich niemals verlassen wird. Er wird Dir Ruhe vor Deiner Angst und Seelennot schenken, Er wird Dich befreien und erretten.

Die Heilige Schwester Faustina weist auf das Bildnis des Barmherzigen Jesus in der Klosterkirche zu Krakau


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen