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Mittwoch, 8. Februar 2017

Die Macht des Rosenkranzgebetes

Madonna in der Martinskirche zu Düsseldorf


"Die Allerseligste Jungfrau Maria gab dem Rosenkranzgebet eine solch große Wirkung, dass es kein materielles, spirituelles, nationales oder internationales Problem gibt, das nicht durch ihn und durch unser Opfer gelöst werden kann."
(Schwester Lúcia dos Santos, Seherin von Fátima/Portugal)


Seit einigen Jahren bete ich regelmäßig den Rosenkranz. 
Das war jedoch nicht immer so. Früher hatte ich keinen Sinn für dieses Gebet.
Damals wusste ich ja auch noch nicht, welche spirituelle Macht das Rosenkranzgebet besitzt und welche besonderen Gnaden der Betende erhält.

Unter dem "Rosenkranz beten" versteht man, eine Abfolge von drei Gebeten und von fünf Gesätzen zu beten. Dann ist der Betende mit seinen Fingern einmal die komplette Gebetskette, die man zum Beten des Rosenkranzes benutzt, entlang gewandert und hat an jeder Perle ein Gebet verrichtet.

Zur Einleitung des Rosenkranzgebetes betet man zunächst das Glaubensbekenntnis. Dann betet man eine Abfolge von drei Gebeten und fünf Gesätzen.

Die drei Gebete umfassen das Vaterunser, das Ave Maria und das Ehre sei dem Vater.

Unter den Gesätzen versteht man Glaubenswahrheiten aus der Bibel, die mit dem Leben, dem Sterben und der Auferstehung unseres geliebten Herrn Jesus Christus verbunden sind. Man nennt diese Gesätze auch Geheimnisse, die immer in Fünfergruppen aufgeteilt sind. So gibt es folgende Geheimnisse:


I. Die Freudenreichen Geheimnisse

Bei den Freudenreichen Geheimnissen betrachtet der Betende die Menschwerdung Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus und Sein verborgenes Leben.

1. Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast. (Lukas 1,35)
2. Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast. (Lukas 1,39-56)
3. Jesus, den du, o Jungfrau, in Bethlehem geboren hast. (Lukas 2,1-20)
4. Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast. (Lukas 2,22-24)
5. Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast. (Lukas 2,41-52)


II. Die Schmerzhaften Geheimnisse

Bei den Schmerzhaften Geheimnissen betrachtet der Betende die Passion unseres Herrn Jesus Christus.

1. Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat. (Lukas 22,449
2. Jesus, der für uns gegeißelt worden ist. (Johannes 19,1)
3. Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist. (Johannes 19,2)
4. Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat. (Johannes 19,17)
5. Jesus, der für gekreuzigt worden ist. (Johannes 19,18)


III. Die Glorreichen Geheimnisse

Bei den Glorreichen Geheimnissen betrachtet der Betende die Auferstehung unseres Erlösers Jesus Christus.

1. Jesus, der von den Toten auferstanden ist. (Lukas 24,6)
2. Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist. (Apostelgeschichte 1,9-11)
3. Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat. (Apostelgeschichte 2,1-13)
4. Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat. (1 Korinther 15,22-23)
5. Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat. (Offenbarung 12,1)


IV. Die Lichtreichen Geheimnisse

Bei den Lichtreichen Geheimnissen betrachtet der Betende besonders bedeutsame Stationen des öffentlichen Lebens und Wirkens unseres Herrn Jesus Christus.

1. Jesus, der von Johannes getauft worden ist. (Lukas 3,21-22)
2. Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat. (Johannes 2,1-12)
3. Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat. (Markus 1,14)
4. Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist. (Lukas 9,28-36)
5. Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat. (Markus 14,17-25)


V. Die Trostreichen Geheimnisse

Bei den trostreichen Geheimnissen betrachtet der Betende die Vollendung des Gottesreiches durch unseren Herrn Jesus Christus.

1. Jesus, der als König herrscht. (Offenbarung 19,6)
2. Jesus, der in Seiner Kirche lebt und wirkt. (Epheser 1,22-23)
3. Jesus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit. (2 Petrus 3,88-13)
4. Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten. (Römer 2,1-11)
5. Jesus , der alles vollenden wird. (1 Korinther 15,35-58)





Was ist nun bei der Verrichtung des Rosenkranzgebetes zu beachten?
 
Es ist wichtig, dass wir beim Beten eines jeden einzelnen Geheimnisses die betreffende Glaubenswahrheit tief in unser Herz sinken lassen und immer wieder darüber meditieren, was hier ausgesagt wird.

Es geschieht also gerade kein unüberlegtes Hersagen und Herunterleiern von Sätzen, wie Spötter, Übelmeinende und Nichtwissende immer wieder gerne behaupten, sondern das Gebet vertieft den Glauben des Betenden und verbindet ihn immer mehr mit unserem geliebten Herrn Jesus Christus.

Die Meditation eines jeden einzelnen Geheimnisses ist es, die dem Rosenkranzgebet seine Kraft und Bedeutung gibt. Auf diese Weise ist das Rosenkranzgebet niemals langweilig, weil der Herr Selbst uns Sein Leben immer tiefer verstehen lässt. 


Welche Macht besitzt nun der Rosenkranz, und welche besonderen Gnaden erlangt der Betende?

Der Rosenkranz ist eine sehr wirkungsvolle Waffe gegen die Mächte der Finsternis, die uns alle Päpste seit Jahrhunderten empfohlen haben.
Schon ein einziges Ave Maria lässt das dunkle Reich des bösen Feindes erzittern!
Was wird erst der ganze Rosenkranz mit seinen 53 Ave Maria gegen Satan und seine Dämonen bewirken?


In Kriegszeiten haben sich die Menschen immer wieder an die Kraft dieses Sturmgebetes erinnert und große, wundersame Hilfe erfahren.


Der große Heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort betete schon mit sechs Jahren täglich den Rosenkranz. Sein Leben wurde von einer innigen Liebe zur Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria und von einem tiefen Vertrauen auf ihre Fürbitte bei ihrem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, getragen. So sagte der Heilige in seiner Schrift

"Der heilige Rosenkranz - das wunderbare Geheimnis der Bekehrung und des Heils",

dass der Rosenkranz - mit Frömmigkeit gebetet und meditiert - folgende Macht besitzt:

- Der Rosenkranz erhebt uns zu der vollendeten Erkenntnis Jesu Christi.
- Der Rosenkranz reinigt unsere Seele von Sünden.
- Der Rosenkranz verleiht uns den Sieg über alle unsere Feinde.
- Der Rosenkranz erleichtert uns die Übung der Tugenden.
- Der Rosenkranz bereichert uns mit Gnaden und Verdiensten.
- Der Rosenkranz gibt uns die Mittel, mit denen wir bei Gott und den Menschen alle unsere  
   Schuld begleichen können.
- Der Rosenkranz besitzt die Macht, für uns bei Gott alle Arten von Gnaden zu erlangen.

Der Betende, der sich beharrlich dem Rosenkranzgebet widmet, wird feststellen, dass er tatsächlich besondere Gnaden erlangt.

Hartnäckige Sünden wird der Betende endlich überwinden, und die Tugenden des Betenden werden gestärkt. Der Betende erlangt auch in Schicksalsschlägen und Bedrängnissen einen beständigen Frieden.

Sündige Menschen, für die der Betende beharrlich den Rosenkranz betet, erlangen die Gnade der Bekehrung. Ich selbst bin ein Beweis für die Wahrheit einer solchen Gnadenwirkung des Rosenkranzes. Mit Anfang zwanzig verließ ich die Katholische Kirche und führte 25 Jahre ein sündiges Leben. Mein Vater, der ein großer Verehrer der Muttergottes war, betete in all den Jahren jeden Tag den Rosenkranz für mich. Nach menschlichem Ermessen war bei mir nicht mehr zu erwarten, dass ich mein Leben ändern, mich bekehren und wieder zu Gott und Seiner Heiligen Katholischen Kirche zurückkehren würde.

Doch am 15. Januar 2006, vor elf Jahren also, wurde mir von Gott die Gnade der Bekehrung geschenkt. Mein Vater hatte dafür 25 Jahre jeden Tag den Rosenkranz für mich gebetet.

Liebe Leserin, lieber Leser, kennst Du auch Menschen in Deiner Familie, in Deinem Freundeskreis oder unter Deinen Arbeitskollegen, die nichts von Gott wissen wollen und ein sündiges Leben führen? Du bist in großer Sorge, dass sie für immer verloren gehen. Dann bete beharrlich für diese Menschen, die Du doch liebst, den Rosenkranz.

Auch, wenn es vielleicht Jahre dauern wird und auch, wenn Du vielleicht in diesem Erdenleben kein Ergebnis sehen wirst, in der Ewigkeit wirst Du voller Freude und Dankbarkeit erkennen, dass Gott durch Dein beharrliches Rosenkranzgebet gewirkt und diesen Menschen die Gnade der Bekehrung und des Heils geschenkt hat.

Der Rosenkranz ist also tatsächlich ein wunderbares Geheimnis der Bekehrung und des Heils, ganz so wie es der Heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort einst weise erkannte.



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