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Mittwoch, 15. März 2017

Das Stoffler Kapellchen "Zum Heiligen Kreuz und der Vierzehn Nothelfer" in Düsseldorf

Die Kapelle zum Heiligen Kreuz und der Vierzehn Nothelfer in Düsseldorf

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts pilgern die Menschen in Düsseldorf zu der Kapelle

"Zum Heiligen Kreuz und der Vierzehn Nothelfer",

die sich im Stadtteil Bilk befindet. Obwohl ich nun schon selber viele Jahre in Düsseldorf wohne, bin ich noch nie zum Stoffler Kapellchen, wie die barocke Kapelle im Düsseldorfer Volksmund auch genannt wird, gepilgert. Stoffeln war ein ehemaliges Dorf in der Nähe der Kapelle, welches heute nicht mehr existiert.

Da ich mich derzeit selbst in einer schwierigen persönlichen Notlage befinde, machte ich mich dieser Tage zu dem Stoffler Kapellchen auf, um dort die Fürsprache des Heiligen Josef und die Fürsprache des Heiligen Judas Thaddäus anzurufen.

Der Heilige Josef und der Heilige Apostel Judas Thaddäus werden in dieser Kapelle nämlich neben dem Heiligen Christophorus und den Vierzehn Nothelfern besonders verehrt.


Im Jahre 1650 wurde an der Stelle zunächst ein Wallfahrtshäuschen in barocker Backsteinarchitektur errichtet. 1734 ließ dann Kurfürst Karl III. Philipp von der Pfalz, den man einfachhalber Carl Philipp nannte, das Wallfahrtshäuschen in eine Wallfahrtskapelle umbauen.

Kurfürst Carl Philipp war nämlich nicht nur Kurfürst von der Pfalz und Herzog von Pfalz-Neuburg, sondern auch Herzog von Jülich und Berg. Die Residenz des Herzogtums Berg war Düsseldorf. Doch Carl Philipp residierte niemals in Düsseldorf, weil er Düsseldorf verschmähte, da die hiesigen Landstände von ihm geforderte Gelder nicht bewilligen wollten.  Aus diesem Grund baute Carl Philipp Mannheim zu seiner Residenz aus und lebte dort. 

1744 erhielt die Wallfahrtskapelle aus der Hand des Kurfürsten Carl Philipp einen Splitter des Heiligen Kreuzes geschenkt, dessen Verehrung lauf dem Andachtsbüchlein "Hülf in der Noth" aus dem Jahre 1808 seitens des Erzbischofs von Köln angeraten wurde. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges gingen jedoch die Originaldokumente über die Echtheit der Partikel des Heiligen Kreuzes verloren.


So betrat ich die Eingangshalle der Kapelle, in der sich linksseitig das hölzerne Bildnis des Heiligen Josef und rechtsseitig das hölzerne Bildnis des Heiligen Judas Thaddäus befinden. Die Wände der der Halle sind mit unzähligen Votivtafeln versehen, auf denen sich Pilger für die Erhörung ihrer Anliegen bedanken. Die Kapelle selber konnte ich nicht betreten, da diese durch eine verschlossene Gittertür, die jedoch Blicke in die Kapelle zuließ, versperrt war.

Bildnis des Heiligen Josef, Gittertür zur Kapelle und Bildnis des Heiligen Judas Thaddäus

Der Heilige Josef, Ziehvater unseres Herrn Jesus Christus
Heiliger Josef, bitte für uns!
Der Heilige Judas Thaddäus, einer der Apostel unseres geliebten Heilandes Jesus Christus
Heiliger Apostel Judas Thaddäus, bitte für uns!

Ich entzündete eine Opferkerze und versenkte mich ins Gebet. Inständig bat ich um Erhörung meines persönlichen schweren Anliegens. Ich vergaß aber auch nicht für die Anliegen derjenigen Menschen zu beten, die ich auf meiner Gebetsliste stehen habe.

Dann betrachtete ich die vielen Votivtafeln der vergangenen Jahrzehnte. Ich freute mich, dass so viele Pilger in ihren Nöten auf die Fürsprachen der Vierzehn Nothelfer, des Heiligen Christophorus, des Heiligen Judas Thaddäus, des Heiligen Josef und unserer geliebten Muttergottes erhört worden waren.

Viele Votivtafeln bezeugen Gebetserhörungen in schweren Notlagen






Dann blickte ich durch die Gittertüre in den beeindruckenden Raum der Kapelle. Es ist so traurig, dass wir in einer Zeit leben, in der solche Kapellen verschlossen sein müssen, damit sie nicht zerstört werden.

Im Zentrum der Kapelle befindet sich eine wunderschöne Pietà. Die Muttergottes hält den Heiligen Leichnam unseres Herrn Jesus Christus nach Seiner Abnahme vom Kreuz in ihren Armen. An den Wänden der Kapelle befinden rechts- und linksseitig der Pietà Statuen der Vierzehn Nothelfer.

Der Innenraum des Stoffler Kapellchens
 
Der Hochaltar mit der Pietà


So verehren die Menschen seit jeher an diesem Wallfahrtsort den Heiligen Christophorus, der einer der Vierzehn Nothelfer ist, in ganz besonderer Weise, vermutlich gerade weil der Heilige Christophorus der Fürsprecher gegen Wassernöte aller Art ist. In der Nähe befindet sich nämlich eine gefürchtete Krümmung des Rheines, die schon oft die Menschen hier mit Hochwasser bedroht hat. Das ehemalige Dorf Stoffeln verdankte auch dem Heiligen Christophorus seinen Namen, denn Stoffel ist eine Kurzform des Namens Christophorus.

Der Heilige Christophorus ist aber auch der Schutzheilige der Reisenden, und in moderner Zeit wurde er dazu von Pius XI., der Papst von 1922-1939 gewesen ist, zum Schutzheiligen der Autofahrer erklärt. So ist der Heilige Christophorus heute ebenfalls der Fürsprecher der Lkw-, Bus- und Taxifahrer. Einmal im Jahr findet hier nun eine Segnung der Autofahrer statt, zu der die Pilger ihre Fahrzeuge mitbringen. Es handelt sich um eine sehr außergewöhnliche und interessante Wallfahrt.

Seit dem 20. Jahrhundert wird in der Kapelle auch der Heilige Apostel Judas Thaddäus im Besonderen verehrt. Der Heilige Judas Thaddäus wird nämlich gerade als Fürsprecher in schweren und aussichtslosen Notlagen angerufen. So wird am 28. Oktober eines jeden Jahres, dem Festtag des Heiligen Judas Thaddäus, eine Wallfahrt zu seinen Ehren zum Stoffler Kapellchen veranstaltet.

Jeden Tag kommen unzählige Menschen in diese kleine Kapelle, um eine Opferkerze zu entzünden und um zu beten. Wenn man abends mit der Straßenbahn, der U-Bahn oder dem Auto an der Kapelle vorbeifährt, leuchten die vielen Kerzen als Lichter der Hoffnung und des Trostes durch die Fenster der drei Eingangstüren den Menschen entgegen.

Liebe Leserin, lieber Leser, pilgere Du doch auch einmal zu diesem kleinen, aber liebenswerten Wallfahrtskapellchen. Ich bete für Dich, dass Du in Deinen persönlichen Anliegen erhört wirst!

Der barocke Turmhelm des Stoffler Kapellchens


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