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Donnerstag, 2. März 2017

Suche die Freude in Gott

Seliger Pater Engelmar Unzeitig

Heute ist der Gedenktag des Seligen Märtyrers Pater Engelmar Unzeitig, der am 2. März 1945 im Pfarrerblock des Konzentrationslagers Dachau an Flecktyphus starb und von seinen Mithäftlingen und den Überlebenden des Konzentrationslagers als "Engel von Dachau" und "Maximilian Kolbe der Deutschen" verehrt wurde.

Pater Engelmar Unzeitig wurde mit dem bürgerlichen Vornamen Hubert am 1. März 1911 in Greifendorf bei Zwittau geboren. Bei diesem Ort handelt es sich heute um die Gemeinde Hradec nad Svitavou bei Svitavy in Tschechien.

1918 schloss sich Hubert Unzeitig als Siebzehnjähriger der Gemeinschaft der Mariannhiller Missionare in Reimlingen bei Augsburg an und erhielt den Ordensnamen Engelmar. 1939 wurde er zum katholischen Priester geweiht, und zog schon sehr bald den Hass der Nazis auf sich, da er sowohl im Religionsunterricht als auch von der Kanzel seiner Pfarrei Glöckelberg bei Krummau im Böhmerwald mutig und sehr scharf gegen die Verfolgung der Juden protestierte.

1941 wurde der Selige Pater Engelmar Unzeitig wegen "tückischer Äußerungen und Verteidigung der Juden" angezeigt und schließlich von der Gestapo verhaftet. Ohne Gerichtsverhandlung wurde er am 8. Juni 1941 in das Konzentrationslager Dachau deportiert und dort im sogenannten Pfarrerblock inhaftiert.

Wir dürfen niemals vergessen, dass die Nazis in ihrem Hass und in ihrer Gottlosigkeit auch die Geistlichen aller christlichen Konfessionen verfolgten. In Dachau waren insgesamt 2720 Geistliche inhaftiert, darunter 1780 Geistliche aus Polen, 447 Geistliche aus Deutschland und Österreich, 156 Geistliche aus Frankreich, 109 Geistliche aus Tschechien und viele weitere Geistliche aus zahlreichen Ländern, die die Nazis okkupiert hatten. Insgesamt waren 2579 katholische Priester, 109 evangelische Pfarrer und viele Geistliche weiterer Konfessionen betroffen. 1034 Geistliche gaben im Konzentrationslager Dachau ihr Leben für unseren Herrn Jesus Christus und verstarben dort.
 

Als 1944 im Konzentrationslager Dachau eine Flecktyphusepidemie ausbrach, meldete sich der Selige Pater Engelmar Unzeitig freiwillig zur Pflege der Kranken. Hunderten Sterbenden aller Nationen spendete er die Sterbesakramente. Da Pater Engelmar Russisch sprach, war er in der Lage, vielen russischen Häftlingen in ihrer eigenen Sprache die Sterbesakramente zu spenden. So übersetzte er auch zusammen mit anderen Priestern für sie den Katechismus auf Russisch. Viele Häftlinge rettete der Selige sogar vor dem Hungertod, indem er ihnen sein eigenes Essen gab. So wurde Pater Engelmar sehr bald zum "Engel von Dachau".

Der Selige Pater Engelmar Unzeitig wusste, was wirklich im Leben zählt. So schrieb er am 7. Mai 1944 in einem Brief aus dem Konzentrationslager Dachau:

"Könnte man nur allen die Freude in Gott mitteilen,
dass sie die Freude nach Gottes Willen suchen
und nicht im Erdenstaub und Schmutz herumwühlten."

Fast 60 Briefe, die der Selige Pater Engelmar schrieb, sind als Zeugnisse seines großen heldenhaften Glaubens erhalten geblieben. Die Asche seiner sterblichen Überreste fand in der Kapelle der Mariannhiller Herz-Jesu-Kirche in Würzburg ihre letzte Ruhestätte. Dort befindet sich heute auch eine Gedenkstätte, die an diesen großen Seligen erinnert.

2009 unterzeichnete Papst Benedikt XVI. das Dekret, das Pater Engelmar Unzeitig als Märtyrer anerkennt, und so nahm die Katholische Kirche den Seligen Pater Engelmar Unzeitig als Glaubenszeugen in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts auf. Am 24. September 2016 wurde Pater Engelmar im Kiliansdom zu Würzburg im Auftrag von Papst Franziskus seliggesprochen. Vergessen wir den Seligen Pater Engelmar Unzeitig niemals, und streben auch wir danach, die Freude nur in Gott und nach Seinem Heiligen Willen zu suchen.

Unser geliebter Herr Jesus Christus stand im Zentrum des Lebens des Seligen Pater Engelmar Unzeitig


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