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Dienstag, 20. Juni 2017

Europa hat Christus verlassen, und daher stirbt Europa

Unser Heiland Jesus Christus am Kreuz (Dom zu Essen)

Das christliche Europa stirbt. 

Dieser Prozess, der schon vor cirka 300 Jahren einsetzte, entfaltet gerade in unserer Zeit seine tödlichsten Auswirkungen und wird Europa völlig verändern. Wird der Tod des einstmals christlichen Europas noch in unseren Tagen seine Vollendung finden?

Fjodor Michailowitsch Dostojewski war einer der bedeutendsten Schriftsteller Russlands. Weltberühmt sind seine Werke "Schuld und Sühne, "Die Dämonen" und "Die Brüder Karamasow". Dostojewski lebte im Russischen Kaiserreich in der Zeit von 1821 bis 1881. Der bedeutende Schriftsteller beschrieb in seinen Werken die sozialen und politischen Verhältnisse, aber auch die spirituellen Verhältnisse seiner Zeit. Dostojewski war aber nicht nur ein Schriftsteller, sondern auch ein visionärer Gottessucher.

So schrieb Dostojewski schon vor über 150 Jahren folgende visionäre Schau in sein Tagebuch, die auf erschreckende Weise gerade für unsere Zeit geschrieben worden zu sein scheint:

"Europa hat Christus verlassen, und daher stirbt Europa, ganz allein deshalb."

Schon zu Lebzeiten Dostojewskis war erkennbar, dass sich die Völker Europas immer mehr vom Christentum und somit von unserem Heiland Jesus Christus abwendeten.

Das Aufkommen der Freimaurerei, die blutigen Exzesse der französischen Revolution und die kommunistischen Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels zeigten deutlich auf, worauf Europa zusteuerte. In unserer Zeit vollendet sich nun das lange Sterben des einstmals christlichen Europas. Weite Teile Europas sind mittlerweile völlig entchristlicht, die Gottesdienste sind fast leer, und viele Kirchen müssen geschlossen werden. Der christliche Glaube in Europa ist verdampft. Hedonismus und Konsum sind nun die neuen Götter des europäischen Menschen. Man fragt sich unwillkürlich, ob wir die letzte Generation sind, die noch christlich beziehungswiese katholisch sozialisiert wurde.

Nicht nur Fjodor Michailowitsch Dostojewski hatte im 19. Jahrhundert die endzeitliche Lage Europas erkannt, sondern auch Leo XIII., der von 1878 bis 1903 Papst der Heiligen Katholischen Kirche war.
Leo XIII.

Leo XIII. hatte beispielsweise die  Freimaurerei als etwas völlig Dämonisches erkannt. 1884 schieb Leo XIII. in seiner Enzyklika "Humanum genus", dass die Menschheit folgerichtig aus zwei gegnerischen Teilen bestehe:

Der eine Teil der Menschheit gehöre zur Kirche Jesu Christi und kämpfe für Wahrheit und Tugend und somit für das Reich Gottes auf Erden. Der andere Teil der Menschheit aber gehöre zum Reich Satans und kämpfe für Lüge und Laster. Und das Reich Satans werde durch die Freimaurerei gefördert und geleitet.

Leo XIII. war ein großer Verehrer des Heiligsten Herzens Jesu. So weihte er am 11. Juni 1899 die gesamte Menschheit diesem Heiligsten Herzen unseres über alles geliebten Heilandes Jesus Christus.

Leo XIII. war auch ein großer Verehrer der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria. So verwies er auf die Mittlerfunktion Mariens und zeigte auf, dass "Gnade und Wahrheit durch Jesus Christus“ kamen und fügte hinzu, dass "die Gnaden aus diesem Schatz uns nur durch Maria verliehen werden; wie deshalb niemand zum Vater im Himmel kommen kann als durch den Sohn, so ähnlich kann niemand zu Christus kommen als durch seine Mutter." Deshalb förderte Leo XIII. auch die Marienfrömmigkeit und widmete insbesondere dem Rosenranzgebet allein sieben Enzyklien.

Aber gerade Leo XIII. hat die apokalyptische Situation Europas auch in einer Vision geschaut, die ihm am 13. Oktober 1884 vom Herrn geschenkt wurde. Es war ausgerechnet an einem 13. Oktober, denn genau 33 Jahre später - am 13. Oktober 1917 - fand an diesem Tag die letzte Erscheinung der Allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria in Fátima (Portugal) statt. Das war der Tag des spektakulären, weltberühmt gewordenen Sonnenwunders. Maria hatte ja in ihren Erscheinungen in Fátima die Menschheit ausdrücklich davor gewarnt, dass viele, geradezu apokalyptische Ereignisse besonders auch in Europa stattfinden werden, wenn die Menschen nicht zu Gott umkehren. Und eine Umkehr zu Gott hat bis zum heutigen Tage gerade nicht stattgefunden, sondern Europa ist ja mittlerweile sogar zum größten Teil vom christlichen Glauben abgefallen.

An jenem 13. Oktober 1884 also - hatte Leo XIII. die Zelebration der Heiligen Messe gerade beendet, als er plötzlich und völlig unerwartet für circa 10 Minuten regungslos vor dem Tabernakel stehenblieb. Da wurde ihm eine außerordentliche Vision geschenkt, während dessen sein Gesicht völlig fahl und grau wurde. Nach dieser Vision eilte Leo XIII. bestürzt und ohne Erklärungen in sein Arbeitszimmer und verfasste das folgende weltberühmte Gebet zum Heiligen Erzengel Michael:


Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampf,
gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels
sei du unser Schutz.
Gott gebiete ihm,
so bitten wir flehentlich:
Du aber Fürst der Himmlischen Heerscharen,
stürze den Satan und alle anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen in der Welt umherschleichen,
in der Kraft Gottes hinab in die Hölle.
Amen. 

Bildnis des Heiligen Erzengel Michael in der Kapelle zu Schloss Burg in Solingen

Erst später gab dann Leo XIII. Zeugnis von seiner Vision. Er erklärte, dass er zwei Stimmen gehört habe, die aus der Richtung des Tabernakels gekommen seien. Die eine Stimme sei sanft und die andere Stimme sei rau und hart gewesen. Leo XIII. hörte folgendes Gespräch:


Die Stimme Satans prahlte mit seinem ganzen teuflischen Stolz gegenüber unserem Herrn Jesus Christus:  

"Ich kann Deine Kirche zerstören."

Die sanfte Antwort des Herrn Jesus Christus war:  

"Du kannst? Dann gehe und tue es."

Satan erwiderte:


"Um das zu tun, brauche ich mehr Zeit und Macht."

Der Herr Jesus Christus fragte:


"Wie viel Zeit? Wie viel Macht?"

Satan bat:

"75 bis 100 Jahre und mehr Macht über diejenigen, die sich meinem Dienst unterwerfen." 

Unser Herr Jesus Christus sprach:

"Du bekommst diese Zeit und diese Macht."


Leo XIII. erlebte auch eine erschütternde Schau der Hölle, bei der die Dämonen die Welt beherrschten und die Kirche Jesu Christi in ärgste Bedrängnis brachten. So berichtete Leo XIII.:

"Ich habe die Erde gesehen, eingehüllt in Finsternis und umgeben von einem Abgrund. Ich habe Legionen von Dämonen daraus hervorkommen sehen, die sich über die ganze Erde verteilten, um die Werke der Kirche zu zerstören und die Kirche selbst anzugreifen, die ich dem Ende nahe sah. Da erschien der Heilige Michael und stürzte die bösen Geister in den Abgrund zurück. Ich sah den Heiligen Erzengel Michael eingreifen, nicht in jenem Augenblick, sondern viel später, sobald die Menschen ihre eifrigen Gebete zum Erzengel verstärkten."

Aufgrund dieser Vision verfasste Leo XIII. das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael, welches zu einem bewährten Gebet mit außerordentlicher Kraft zum Exorzismus gegen Satan und allen abtrünnigen Engeln wurde. 1886 wurde dieses Gebet auf Anweisung des Papstes am Ende aller Heiligen Messen als "Gebet in besonderen Anliegen" in der Landessprache angefügt. Doch gerade als eine der ersten Änderungen im Verlauf der Liturgiereform beim II. Vatikanischen Konzil wurde dieses Gebet 1964 ersatzlos gestrichen. Es war genau im achtzigsten Jahr der Zeit gewesen, um die Satan in der oben aufgeführten Vision gebeten hatte.

Heute erleben wir nun als Zeitzeugen, wie Europa vom Glauben an unserem Herrn Jesus Christus abfällt. Kann es sein, dass dies genau die Zeit jener Bedrängnis ist, von der der Prophet Daniel in seinen endzeitlichen Visionen gesprochen hat? Wir müssen jedoch nicht verzagen, denn unser geliebter Herr Jesus Christus hat uns in Seinem Wort versichert, dass Satan und seine Dämonen Seine Heilige Katholische Kirche niemals werden vernichten können:

Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern Mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde Ich Meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
(Matthäus 16,17 -18)

So dürfen wir auch heute der Anweisung von Leo XIII. folgen und den Heiligen Erzengel Michael im Gebet um seinen mächtigen Beistand und seine Hilfe zu bitten. So dürfen wir voller Vertrauen auf unseren Herrn Jesus Christus beten:


O glorreichster Fürst der Himmlischen Heerscharen, Heiliger Erzengel Michael, beschütze uns in dem Kampfe und furchtbaren Streite, welchen wir gegen die Oberherrschaften und Mächte, wider die Beherrscher der Welt in dieser Finsternis, gegen die bösen Geister zu bestehen haben. Komme zu Hilfe den Menschen, welche Gott unsterblich erschuf, nach seinem Bilde und Gleichnis gestaltete und um teuren Preis aus der Tyrannei des Teufels erlöset hat. Schlage heute mit dem Heere der Heiligen Engel die Schlachten des Herrn, wie du ehedem gegen Luzifer, das Haupt der Stolzen, und gegen die abtrünnigen Engel gekämpfet hast, welche ohnmächtig waren, dir Widerstand zu leisten, und für die es keine Stätte mehr im Himmel gab. Ja, dieses Ungeheuer, diese alte Schlange, welche Teufel und Satan genannt wird, welcher die ganze Welt verführt, ward mit seinen Engeln in den Abgrund gestürzt.


Doch siehe, dieser alte Feind und Menschenmörder hat sich übermütig wieder erhoben. Er hat sich in einen Engel des Lichtes verwandelt und schweift mit der ganzen Schar der bösen Geister umher, um des ganzen Erdkreises sich zu bemächtigen und den Namen Gottes und seines Gesalbten daraus zu vertilgen; um zu rauben, zu morden, in das ewige Verderben zu stürzen die Seelen, welche zur Krone der ewigen Herrlichkeit bestimmt sind. Dieser böswillige Drache ergießt wie ein ganz schmutziger Strom über die Menschen, deren Verstand schon wüste und deren Herz verdorben ist, das Gift seiner Bosheit, den Geist der Lüge, der Gottlosigkeit und Lästerung, ja den Pesthauch der Unkeuschheit und aller Laster und Missetaten. Feinde voll Arglist haben die Kirche, die Braut des Unbefleckten Lammes, mit Bitterkeit überhäuft und mit Wermut betränkt; ruchlos haben sie die Hände nach ihren Heiligsten Besitztümern ausgestreckt. Selbst an der geweihten Stätte, wo der Sitz des Heiligen Petrus und der Lehrstuhl der Wahrheit als Leuchte der Welt errichtet ward, haben sie den verabscheuungswürdigen Thron ihrer Gottlosigkeit aufgeschlagen mit dem unseligen Plan, den Hirten zu schlagen und die Herde zu zerstreuen.
 
Auf denn, o unbesiegtester Fürst, eile dem Volke Gottes zu Hilfe gegen das Anstürmen der verworfenen Geister und verleihe uns den Sieg. Dieses Volk verehrt dich ja als Schützer und Patron; in dir als in seinem Verteidiger gegen die boshaften Mächte der Hölle rühmt sich die Heilige Kirche; dir hat Gott die Seelen anvertraut, um sie in die ewige Seligkeit zu führen. Ach, bitte doch den Gott des Friedens, auf dass er den Teufel besiegt unter unsere Füße lege, und jener die Menschen nicht länger in seiner Sklaverei festhalten und der Kirche nicht mehr schaden könne. Bringe du vor das Angesicht des Allerhöchsten unsere Gebete, auf dass die Erbarmungen des Herrn uns bald zuvorkommen; bemächtige dich des Drachen, der alten Schlange, welche der Teufel und Satan ist, und stoße ihn gefesselt in den Abgrund zurück, damit er nicht mehr die Völker verführe. Amen.
 
Vertrauend auf deine Hilfe und deine Schutzkraft der Autorität der Heiligen Mutter Kirche – und in sicherem Vertrauen auf den Namen Jesu Christi, unseres Gottes und Herren, schreiten wir zum Kampf, um die Angriffe teuflischen Betrugs abzuwehren.
Der Heilige Erzengel Michael als Seelenwäger beim Jüngsten Gericht (Hans Memling, 1466)


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