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Freitag, 28. Juli 2017

Der Herr ist treu in allen Seinen Worten

Das Gnadenbild der "Schmerzhaften Mutter von Stiepel"

Am heutigen 28. Juli hätte mein Vater seinen 85. Geburtstag gefeiert, wenn er nicht im Januar 2014 verstorben wäre.

Ich verdanke meinem Vater sehr viel, denn er war ein sehr glaubensstarker und gottesfürchtiger Mann. Mein Vater hat mir von Kindesbeinen an die Schönheit des Katholischen Glaubens nahegebracht, so dass ich in meiner Kindheit und in meiner Jugend den Glauben meines Vaters übernahm und diesen auch tief ergriffen lebte.

Doch als ich ein junger Mann war, wandte ich mich vom Glauben ab. Ich trat sogar aus der Katholischen Kirche aus und geriet auf sündige Wege. Nach menschlichem Ermessen bestand keine Hoffnung mehr auf eine Umkehr für mich.

Doch mein Vater betete 25 Jahre lang in tiefem Schmerz über meine Abwendung vom Glauben an den Herrn Jesus Christus und in tiefem Schmerz über mein sündiges Leben für meine Bekehrung, bis mir Gott in Seiner unendlichen und unerforschlichen Barmherzigkeit am 15. Januar 2006 die Gnade der Umkehr und Bekehrung schenkte.

Da mein Vater ein großer Verehrer der Muttergottes war, gehörte das Rosenkranzgebet zu seinen Lieblingsgebeten. Wie viele Rosenkränze wird mein Vater wohl in diesen langen Jahren für mich gebetet haben, bis ich ihm eines Tages mitteilen konnte, dass Gott in mein Leben eingegriffen und mir in einem erschütternden Bekehrungserlebnis die Gnade der Umkehr geschenkt hatte und ich zum lebendigen Glauben an unseren Herrn Jesus Christus in die Heilige Katholische Kirche zurückkehren durfte.

Zur Feier meines Bekehrungstages am 15. Januar 2014 suchte ich mit meiner Schwester den Marienwallfahrtsort Stiepel in Bochum auf. Wir pilgerten zum Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter von Stiepel, welches aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt und zu dem jedes Jahr etwa 40000 Menschen in die Kirche des Zisterzienserklosters Stiepel pilgern. Das Kloster wurde 1988 gegründet und ist ein Priorat des Stifts Heiligenkreuz, der weltberühmten Zisterzienserabtei in Österreich.

So besuchten meine Schwester und ich um 18.00 Uhr die feierlich gesungene Vesper der Mönche in der Klosterkirche und feierten dann um 18.30 Uhr mit den Mönchen die Heilige Messe.

Als ich mich schließlich auf meinen Rückweg nach Hause machen wollte, versuchte ich meinen Vater telefonisch zu erreichen, da ich mich jeden Abend nach seinem Befinden erkundigte. Doch er ging nicht ans Telefon. Zunächst war ich nicht besorgt, denn er war in letzter Zeit etwas schwerhörig geworden. Doch als er auch nach weiterem längeren Klingeln nicht ans Telefon ging, wurde ich doch besorgt und fuhr zu ihm nach Hause. Dort fand ich meinen Vater dann in der Küche vor. Er saß auf seinem Stuhl, hatte noch den Rosenkranz in der Hand und konnte nicht mehr sprechen. Ich stellte fest, dass er offensichtlich während des Rosenkranzgebetes einen Schlaganfall erlitten hatte. Auf dem Tisch lag noch sein Gebetstagebuch. Fein säuberlich hatte er dort um 18.00 Uhr notiert:

 "Rosenkranzgebet für die ungeborenen Kinder"

Mein Vater hatte also genau zu Beginn der Vesper an meinem achten Bekehrungstag einen Schlaganfall erlitten, an dem er einige Tage später nach dem Erhalt des Heiligen Sakraments der Krankensalbung verstarb. 

Auf dem Kalenderblatt zum heutigen Tage meines liturgischen Abreißkalenders befindet sich der folgende Spruch, der sich gerade im Leben meines Vater doch so sehr verwirklicht hat:

Der Herr ist treu in allen Seinen Worten.

Aber auch ich habe in all den Jahren seit meiner Bekehrung erfahren dürfen, dass der Herr tatsächlich treu in allen Seinen Worten ist. Ich habe so viel Hilfe und so viele Gnaden erhalten, dass ich mit Gewissheit weiß, dass wer mit Gott sein Leben führt, niemals allein und verlassen ist. Und ist es auch manchmal schwer im Leben, so weiß ich doch, dass der Herr immer treu und barmherzig ist und alles zum Guten führen wird.

So möchte ich heute in Gedenken an meinen lieben Vater für ihn das Stiepeler Mariengebet beten:

Heilige Maria,
Du Mutter des Erlösers,
Du Königin der Märtyrer,
auf Kalvaria wurde Deine Seele
vom Schwert des Schmerzes durchbohrt.
 
Heilige Maria,
Du Mutter der Kirche,
in der entscheidendsten Stunde der Menschheit
hat Dir Dein Sohn den Jünger anvertraut.
So wurdest Du auch unsere Mutter,
Du Mutter aller Erlösten.
 
Heilige Maria,
Du Mutter der Barmherzigkeit,
als Deine Kinder vertrauen wir
uns Deinem mütterlichen Herzen an.
 
Heilige Maria,
wir wollen unser Leben
nach der Frohen Botschaft
Deines Sohnes ausrichten,
auf dessen Namen wir getauft sind.
Wir wollen als Boten des Friedens
das Licht des Glaubens,
der Hoffnung und der Liebe
zu den Menschen tragen,
die von der Dunkelheit der Gottesferne,
der Sinnleere und des Hasses bedrängt werden.
 
Heilige Jungfrau,
erbitte uns den Heiligen Geist,
dass unsere Familien als christliche Keimzellen
jungen Menschen die Werte des Evangeliums
und die Liebe zur Kirche vermitteln.
 
Heilige Jungfrau,
erflehe uns auch Priester- und
Ordensberufungen -
glaubwürdige Zeugen
für das anbrechende Reich Gottes.
 
Heilige Maria,
seit Jahrhunderten wirst Du hier als
"Schmerzhafte Mutter von Stiepel"
angerufen und verehrt.
Erbitte allen die Gnade,
sich in Kreuz und Leid mit jener Gesinnung
Gott anheimzugeben,
in der Du selbst in schwersten Stunden
Deinem Sohn verbunden warst.
 
Vertrauensvoll blicken wir auf
zu Deinem Bild und sprechen:
 
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

 
 

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