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Dienstag, 23. Januar 2018

Gott verlässt keinen, der Ihm treu ist

Der Selige Nikolaus Groß


Heute feiert das Bistum Essen, also das "Ruhrbistum", wie wir Menschen im Ruhrgebiet umgangssprachlich sagen, den Gedenktag des seligen katholischen Märtyrers und Widerstandskämpfers gegen den Nationalsozialismus Nikolaus Groß.

Nikolaus Groß wurde am 30. September 1898 in Niederwenigern (heute Hattingen) im Ruhrgebiet als Sohn einer katholischen Bergmannsfamilie geboren. Von 1912 bis 1915 arbeitete er als Arbeiter im Blechwalz- und Röhrenwerk der Firma Weppen in Altendorf/Ruhr (heute Essen), von 1915 bis 1919 arbeitete er wie sein Vater als Bergmann auf der Zeche "Dahlhauser Tiefbau". Durch intensive persönliche Weiterbildung legte er in dieser Zeit die Grundlage für seine politische und gewerkschaftliche Tätigkeit im Dienste der katholischen Arbeiterbewegung. Nikolaus Groß wurde mit 29 Jahren Chefredakteur der "Westdeutschen Arbeiterzeitung" und führte einen kompromisslosen Kampf gegen den Nationalsozialismus. Schon 1930 schrieb er:

"Wir lehnen als katholische Arbeiter den Nationalsozialismus nicht nur aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, sondern auch aus unserer religiösen und kulturellen Haltung entschieden und eindeutig ab."

Die "Westdeutsche Arbeiterzeitung" wurde 1934/35 in "Ketteler-Wacht" umbenannt und 1938 verboten. Nikolaus Groß veröffentlichte dann nur noch einige Broschüren, weswegen er mehrfach verhört und einige Hausdurchsuchungen über sich ergehen lassen musste. Ab 1941 arbeitete er dann in der Männerseelsorge und versuchte, auf diese Weise die katholische Verbandsarbeit fortzusetzen. Da Nikolaus Groß Kontakte zur Widerstandsgruppe des 20. Juli hatte, begründete er seine dazu gefallene Gewissensentscheidung am 19. Juli 1944, dem Vorabend des Attentats auf Hitler, mit den folgenden Worten:

"Wenn wir heute nicht unser Leben einsetzen, wie sollen wir dann vor Gott und unserem Volk einmal bestehen?"

Am 12. August 1944 wurde er wegen seiner Kontakte zur Widerstandsgruppe von der Gestapo verhaftet und ins Gefängnis Ravensbrück bei Fürstenberg eingeliefert. An dem Attentat auf Hitler war er jedoch persönlich nicht beteiligt gewesen. Schließlich wurde er ins Zuchthaus Berlin-Tegel gebracht, wo seine Ehefrau Elisabeth Groß ihn zwei Mal besuchen durfte und bei den Besuchen deutliche Folterspuren feststellte. Am 15. Januar 1945 wurde Nikolaus Groß vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt. Kurz vor seiner Hinrichtung schrieb er in seinem Abschiedsbrief an seine Familie:

"Gott verlässt keinen, der Ihm treu ist, und Er wird auch Euch nicht verlassen, wenn Ihr Euch an Ihn haltet."

Am 23.Januar 1945 wurde Nikolaus Groß in Berlin-Plötzensee von den Nazis durch Erhängen ermordet. Seine Asche wurde verstreut, da die Nazis seine Bestattung verweigerten.

Am 7. Oktober 2001 wurde Nikolaus Groß von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen und zur Ehre der Altäre erhoben. Sein Lebenswerk wurde damit als Vorbild für die gesamte Katholische Kirche gewürdigt. Bereits 1987 hatte Papst Johannes Paul II. hatte bei seinem Besuch des Ruhrgebiets Nikolaus Groß als einen Widerstandskämpfer gewürdigt, der sein Leben für seinen Glauben und die Kirche hingegeben habe.  

Im Essener Dom wurde am 10. Oktober 2004 eine Seitenschiff-Kapelle dem Seligen Nikolaus Groß geweiht. Hier erinnert das Ruhrbistum an Seinen einzigen Seligen. So wollen wir heute beten:



Lebendiger Gott,
Du hast dem Seligen Nikolaus Groß die Kraft geschenkt,
sich als Christ einzusetzen in Familie, Beruf und Gesellschaft
und sein Leben hinzugeben
im Widerstand gegen die teuflischen Mächte seiner Zeit.
Wir bitten Dich:
Stärke auch uns im Glauben,
damit wir Deinen Auftrag für unser Leben erkennen
und ihn mit Mut und Ausdauer erfüllen
durch Jesus Christus,
Deinen Sohn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht
in alle Ewigkeit.
Amen.



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