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Donnerstag, 26. April 2018

Gott ist die Liebe

Das Kreuz am Kloster Stiepel im Licht der untergehenden Sonne

"Gott ist die Liebe." 

Dieser Satz bedeutete mir lange Jahre in meinem Leben absolut gar nichts. Ich hatte ja auch nie die Liebe Gottes in meinem Leben erfahren. Da ich katholisch aufgewachsen bin, hatte ich in der Kirche zwar davon gehört, und ich hatte auch in der Bibel die folgenden schönen Sprüche gelesen:

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.
(1. Johannes 4,16b)

Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbar, dass Gott Seinen  einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch Ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass Er uns geliebt und Seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
(1 Johannes 4,7 - 10)

Und überall sprang mich auch der berühmte Satz aus dem Johannesevangelium an:

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass Er Seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
(Johannes 3,16)

Aber was sollte das alles schon bedeuten, wenn man die Liebe Gottes in seinem eigenen Leben niemals erfahren hatte. Und ich war mir auch sicher, dass ich die Liebe Gottes niemals werde erfahren können, da Er Sich ja doch nicht für mich interessieren würde, falls es Ihn denn überhaupt gebe.

Als Kind hatte ich noch einen schönen, kindlichen Glauben. Doch als ich erwachsen wurde, verlor ich meinen Glauben. Durch schwere traumatische Erlebnisse in meiner Jugend und durch die vielen schrecklichen und bösen Ereignisse, die ich täglich in aller Welt geschehen sah, reifte in mir die Überzeugung, dass es keinen Gott gibt.
Ich sagte mir immer wieder, dass es keinen Gott geben könne, denn ich sah es ja tagtäglich, dass so vielen Menschen so viel Leid, Not und Elend geschah. Und ich hatte auch in meinem eigenen Leben so viel Leid erfahren. Ich konnte jedoch niemals irgendwo auch nur die geringste Göttliche Hilfe erkennen.
Auch die ungläubigen Mitmenschen und Arbeitskollegen in meinem Umfeld bestärkten mich in dem Glauben, dass Gott gar nicht existiert oder dass Er in das Leben der Menschen unserer Zeit nicht mehr helfend eingreift. Vor zweitausend Jahren mochte Er ja auf dieser Welt gewirkt haben, aber heute in unserem Zeitalter voller Kriege, Terror, Katastrophen und immer schlimmer werdender Kriminalität sehe man ja nichts von Gott. Also könne es Ihn gar nicht geben oder sei Er zumindest völlig irrelevant für uns Menschen.
So trat ich mit Anfang 20 aus der Katholischen Kirche aus und reihte mich sogar in die Reihe der Menschen ein, die verächtlich über den Glauben und die Katholische Kirche herzogen und wollte nie mehr etwas mit Gott, dem Glauben und der Katholischen Kirche zu tun haben.
So lebte ich viele Jahre ein Leben ohne Gott. Ich lebte auch ein Leben als Sünder, denn die Gebote Gottes und die Moralvorstellungen der Katholischen Kirche hielt ich - wie so viele Menschen in unserem Lande - für mittelalterlich und für völlig überholt. 
Mein Vater war sehr unglücklich darüber, dass ich mich vom Glauben verabschiedet hatte. Und dass mein Bruder auch keinen Glauben hatte, verstärkte zwar die Trauer meines Vaters, bestärkte mich aber in meinem Unglauben. Die religiösen Ermahnungen meines Vaters gingen mir auf die Nerven. Ich nahm es eher mit Belustigung zur Kenntnis, dass mein Vater täglich für mich und meinen Bruder betete. Und es gab ja auch kein Ergebnis, das mein Vater durch sein Gebet erzielt hätte. Das bestärkte mich in meiner Meinung, dass der Glaube völlig sinnlos sei. Möge mein Vater auch noch so viele Rosenkränze beten, auf den Barmherzigen Jesus vertrauen und das Gnadenbild des Barmherzigen Jesus verehren, etwas erreichen würde mein Vater durch seine religiöse Praxis jedoch niemals.
Das war 25 Jahre lang meine feste Meinung und nach menschlichem Ermessen hätte sich daran niemals etwas ändern dürfen.
Doch dann griff Gott völlig überraschend und unerwartet in der Nacht vom 14. auf den 15. Januar 2006 in mein Leben ein. Ich war 44 Jahre alt.
Ich möchte hier ausdrücklich betonen, zu diesem Zeitpunkt glaubte ich nicht an Gott, dachte ich nicht an Gott, betete ich nicht zu Gott und erwartete oder erhoffte ich nichts von Gott.
In jener unvergesslichen Nacht erstrahlte auf einmal ein überirdisches Licht in dem Raum, in dem ich mich befand. Dieses Licht war heller als tausend Sonnen, blendete mich jedoch nicht. Das Licht war wunderschön und strahlte eine Liebe aus, die ich noch niemals in meinem Leben erfahren hatte. Und das erschütterndste daran war, dass diese Liebe mich liebte. Dann hörte ich so etwas wie einen Donnerschlag und eine Stimme sprach aus dem Licht zu mir:
"Michael, für Dich ist jetzt der Zeitpunkt der Entscheidung gekommen. Bedenke aber eines: Gott ist die Liebe."
Da wusste ich in meinem Inneren, dass Gott von mir in dieser Nacht eine Entscheidung verlangte. Ich sollte mich entscheiden, ob ich Gott wählte und mich damit auch für eine völlige und radikale Veränderung meines Lebens entschied oder ob ich Gott weiterhin ablehnte und mich damit auch für die Fortführung meines sündigen Lebens entschied. 
Dann zeigte Gott mir Seine Liebe. 
Ich kann es mit den Worten unserer Sprache nicht ausdrücken, wie Gott mir Seine Liebe zeigte. Diese Liebe war so rein, so groß, so schön und so überwältigend und sie war etwas, was mir völlig unbekannt war. Es war mir, als hätte ich zum ersten Mal in meinem Leben erfahren, dass Gott tatsächlich und wirklich Liebe ist. Und das für mich unfassbarste daran war, dass Gott mich liebte. 
Gott liebt mich. Diese Erkenntnis traf mein ganzes Sein im tiefsten Inneren.
Dann zeigte mir Gott mein sündiges Leben. Er zeigte mir aber auch, dass ich mein bisheriges sündiges und gottloses Leben für die vermeintliche Erfüllung all meiner Träume und Wünsche gehalten hatte. Gott ließ mich all die Verlockungen unserer sündigen Welt verspüren. Und diese Verlockungen zogen mich heftig.
Doch dann entwickelte sich etwas, was man als einen Kampf in mir zwischen der Liebe Gottes und den Verlockungen der Sünde bezeichnen könnte. Jedes Zeitempfinden war aufgehoben und ich weiß nicht, wie lange das alles anhielt. Gott zeigte mir Seine Liebe und ließ mich dann erfahren und begreifen, wie sehr ich an den Verlockungen meines sündigen Lebens hing. Und Gott wollte eine Entscheidung von mir. Dabei überließ Er mich völlig meinem freien Willen und ließ mich frei und ohne Zwang zwischen Seiner Liebe und den Verlockungen meines bisherigen sündigen Lebens entscheiden.
Bedenke liebe Leserin, lieber Leser, dass mich dies alles völlig überraschend und ohne irgendeine Vorahnung, ohne eine Ankündigung oder ohne ein Vorzeichen traf. Bitte habe Verständnis dafür, dass ich Dir hier nicht jede Einzelheit jener Nacht erzählen kann. 
Nachdem das alles nun eine unbestimmte Zeit gedauert hatte, wusste ich, welche Entscheidung ich treffen wollte. Und ich entschied mich. Ich sprach meine Entscheidung laut aus:
"Ich entscheide mich für Gott. Ich entscheide mich für die Liebe."
Ich möchte hier betonen, dass ich meine Entscheidung für Gott und Seine Liebe nur aufgrund Gottes großen Erbarmens in meinem Leben treffen konnte. Wenn Gott mir nicht in großer Gnade Seine Liebe gezeigt hätte, wäre ich heute immer noch so weit von Gott entfernt, wie ich es zuvor in meinem Leben war.
Nach meiner Entscheidung verschwand das Licht, und ich habe es nie wieder in meinem Leben gesehen.
Ich traf nun die Entscheidung, mein Leben völlig zu ändern und mich vollkommen auf Gott auszurichten. Und dieser Blog existiert auch nur deshalb, weil Gott mir Seine Liebe gezeigt hat und mich begreifen ließ, wie sehr Er mich liebt.

So wünsche ich auch Dir, liebe Leserin und Dir, lieber Leser, dass auch Du die Erfahrung in Deinem Leben machst, dass Gott Dich liebt.

Ja, Gott liebt Dich, denn Gott ist wirklich die Liebe!

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben, vielen Dank!

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  2. A small night poem

    God´s stories sometimes are quite long.
    He tells us the truth over centuries and over continents.
    He has the patience to write a book for all that, and reading takes years...

    And while we are waiting for help nothing seems to happen.

    Half a lifetime goes by with pain, shame, fear and doubts and answers do not find any home in our hearts
    .... our hearts which had been cheated.
    Oh God, our stolen childhood, screaming voices in our mind…

    How can this be healed.

    Only by books, over years and continents.

    Good night.

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