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Samstag, 21. April 2018

Gott ist in der Stille

Die Kloster-, Pfarr- und Wallfahrtskirche Sankt Marien in Bochum-Stiepel
ist ein idealer Ort der Stille für Gebet und Anbetung

Unsere Zeit ist gekennzeichnet von Lärm, Hektik und Stress.

Pausenlos jagen unzählige Nachrichten, wichtige und unwichtige Informationen und Unmengen verschiedenster Bilder rund um den Globus. Die Menschen schauen wie gebannt auf ihre Smartphones, viele sind geradewegs zu sogenannten Smartphone-Zombies geworden, die gar nicht mehr ohne ihre Handys leben können. Radio, Fernsehen und vor allen Dingen das Internet fordern unsere ständige Aufmerksamkeit. Wir könnten ja etwas wichtiges verpassen.

Ein Event jagt den anderen. Ein Hype folgt dem nächsten. Sport, Shows, Musik, Comedy, Film und Kino, das Leben der sogenannten Stars und Sternchen und alles, was unsere bunte, schrille und Gott-ferne Welt sonst noch so an Zeitvertreib bietet, verhindern und vertreiben jede Besinnung und jede Innerlichkeit.

Auch der Arbeitsalltag ist immer hektischer und stressiger geworden. Ein Termin jagt den nächsten. Wir werden von E-Mails geradezu bombardiert, und wir müssen ständig erreichbar sein.

Selbst in den Kirchen finden wir keine Ruhe mehr. Sogar dort muss jetzt alles einen Eventcharakter haben, die Musik muss laut und fetzig sein, und auch die Politik hat mittlerweile Einzug in den Gottesdienst gehalten. Manche Gottesdienste ähneln eher einer Parteitagsveranstaltung als einer Begegnung mit dem Herrn.

Doch wer denkt noch an Gott? Wer hat noch Zeit für Ihn, Der uns geschaffen hat und Der uns über alle Maßen liebt? Wer findet noch die Ruhe zur Begegnung mit dem Herrn Jesus Christus im stillen Gebet oder in der anbetenden Betrachtung des Heiligsten Altarsakramentes?


Kreuz auf dem großen Wallfahrtsplatz des Klosters Stiepel

Doch Gott finden wir nicht im Lärm. Gott ist in der Stille, denn nur in der Stille begegnen wir der Göttlichen Wahrheit.

Unser Herr Jesus Christus hat dreißig Jahre Seines Lebens in der Stille gelebt. Während der drei Jahre Seines öffentlichen Wirkens hat Er Sich immer wieder in die Wüste oder an einen einsamen und stillen Ort zurückgezogen, um mit dem Vater zu sprechen und Ihm zuzuhören.

Auch wir sollten uns regelmäßig an einen stillen Ort zurückziehen, wo wir ganz alleine mit dem Herrn zusammen sind. Denn Gott finden wir nicht im Lärm. Ist es nicht so, dass der Lärm sogar immer lauter und aufdringlicher wird, weil Gott dort abwesend ist? Der Lärm dieser Welt dient hauptsächlich dazu, uns Menschen von Gott wegzuziehen.

Gott ist jedoch in der Stille. Wir finden Ihn im stillen Gebet und in der schweigsamen Anbetung des Heiligsten Altarsakramentes. Und nur in der Stille können wir Gottes leise Stimme wahrnehmen.

Unser Herr Jesus Christus wartet in der Stille auf uns. In der Stille lauscht der Herr unserem Gebet und nur in der Stille können wir vernehmen, wenn Er zu uns spricht.

Der von mir sehr geschätzte dänische Theologe und Philosoph Søren Kierkegaard (1813 - 1855) beschrieb seine Erfahrungen über das Gebet in der Stille einmal folgendermaßen:

"Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde ein Hörer. Ich meinte erst, beten sei Reden. Ich lernte aber, dass beten nicht Schweigen ist, sondern Hören. So ist es: Beten heißt nicht, sich selbst reden hören. Beten heißt: Still werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört."

Begeben wir uns doch täglich in die Stille vor unserem geliebten Herrn Jesus Christus! Dort in der Stille  schenkt Er uns all die Kraft, die wir brauchen, um unseren Aufgaben gewachsen zu sein.

Hier auf diesem Blog findest Du, liebe Leserin, und Du, lieber Leser, weitere Anregungen dazu:

In der Stille lausche auf Gott

Über die Schönheit des kontemplativen Lebens

Für Dich bin ich geboren

Herzensgebet - Jesusgebet

Die Praxis des Jesusgebets

Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner!


Die Kloster-, Pfarr- und Wallfahrtskirche Sankt Marien in Bochum-Stiepel
an einem strahlend schönen Frühlingstag

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